K. 441a

„Ja! grüß dich Gott“ (K. 441a) — Ein fragmentarischer Wiener Gruß

av Wolfgang Amadeus Mozart

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Mozarts Lied „Ja! grüß dich Gott“ (K. 441a) ist ein kurzes, fragmentarisch überliefertes Vokalstück, das mit Wien im Jahr 1788 verbunden wird. Erhalten ist es nicht als ausgearbeitetes Lied, sondern als knapper melodischer Entwurf. Das, was überliefert ist, deutet auf eine informelle, direkte Ansprache hin – eher ein musikalischer Gruß als ein Konzertlied.

Hintergrund und Kontext

In Wien im Jahr 1788 – Mozart war 32 und arbeitete gleichzeitig an Werken weit größeren Zuschnitts – erscheint „Ja! grüß dich Gott“ (K. 441a) als ein kleines, ergänzendes Stück, dessen musikalischer Text nur unvollständig überliefert ist. Der Kritische Bericht der Neuen Mozart-Ausgabe vermerkt die (Wieder-)Entdeckung eines Autographenblatts, das einen melodischen Entwurf zu K. 441a enthält – eine Quelle, die zuvor nur indirekt durch zwei Abschriften des 19. Jahrhunderts bekannt war. Auf demselben Blatt findet sich zudem eine Skizze zu einem weiteren kleinen Vokalstück (K. 232 / 509a), was eher auf ein Arbeitsblatt als auf eine Reinschrift hindeutet.[1]

As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.

Der Köchel-Katalogeintrag der Internationalen Stiftung Mozarteum überliefert den Titel in vollständigerer Form („Ja! grüß dich Gott, mein liebes Schatzerl“) und weist darauf hin, dass das Stück mitunter – vorsichtig – als Bassnummer bezeichnet worden ist, wobei die erhaltenen Zeugnisse weder eine vollständige Besetzung noch einen gesicherten Aufführungszusammenhang eindeutig belegen.[2]

Musikalischer Charakter

Gesichert ist nur ein bescheidener Umfang: Die im Kritischen Bericht beschriebene Hauptquelle bewahrt lediglich einen melodischen Entwurf, nicht aber ein vollständig notiertes Lied mit Klavierbegleitung. Tonart, formale Anlage und Begleitung lassen sich daher allein aus dem überlieferten Material nicht mit Sicherheit bestimmen.[1]

Dennoch rückt schon der Textanfang – ein nachdrückliches „Ja!“ gefolgt von einem umgangssprachlichen Gruß – das Stück in die Nähe von Mozarts Wiener Welt des häuslichen Musizierens, in der kurze Vokaleinfälle, Kanons und Gelegenheitsstücke neben den öffentlichen Werken des Komponisten zirkulieren konnten. In diesem Sinn bietet K. 441a einen kleinen, aber aufschlussreichen Einblick in Mozarts Gewohnheit, eine unmittelbar „sprechbare“ Gesangslinie festzuhalten, selbst wenn daraus kein vollendetes Lied hervorging.[1]

[1] Neue Mozart-Ausgabe, Kritischer Bericht (pdf): discussion of the newly found autograph leaf containing the melody sketch for “Ja! grüß dich Gott” K. 441a, previously known via two 19th-century copies.

[2] Internationale Stiftung Mozarteum — Köchel-Verzeichnis work entry for K. 441a (title, basic identification and catalogue framing).