K. 385h

Adagio in d-Moll für Klavier oder Orgel (K. 385h)

av Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)

Mozarts Adagio in d-Moll (K. 385h) ist ein kurzes, unvollendetes Tastenstück, das nur als Fragment überliefert ist und mit seinen Wiener Jahren in Verbindung steht. Trotz seines bescheidenen Umfangs zeigt es, wie er sich in einer Phase, in der sich sein Klavierstil in Ausdruck und harmonischer Kühnheit rasch erweiterte, einer konzentrierten, dunkel getönten d-Moll-Rhetorik zuwendet.

Hintergrund und Kontext

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) lebte und arbeitete Anfang der 1780er Jahre in Wien – in jener weiteren Schaffensphase, aus der einige seiner eindringlichsten Tastenwerke in Moll stammen, darunter auch die berühmte d-Moll-Fantasia (K. 397/385g, ebenfalls auf 1782 datiert) [3]. Das Adagio in d-Moll K. 385h ist als authentisches, jedoch unvollendetes Tastenfragment erhalten (schlicht für Clavier verzeichnet, also für ein allgemeines Tasteninstrument wie Cembalo oder Hammerklavier) und in einer autografen Quelle überliefert [1].

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Musikalischer Charakter

Mit Adagio überschrieben und in d-Moll gesetzt, entfaltet das Stück einen zurückgenommenen, nach innen gewandten Ton, wie er für Mozarts langsame Moll-Sätze typisch ist: eine ernst singende Oberstimme, getragen von kargen, funktionalen Harmonien, die eher an einen präludienhaften, improvisatorischen Ursprung denken lassen als an einen vollständig ausgearbeiteten Sonatensatz [1]. Da das Werk nur fragmentarisch vorliegt, lässt sich sein größerer Verlauf nicht zuverlässig beschreiben; dennoch rückt seine verdichtete Rhetorik – d-Moll, langsames Tempo und reduzierte Textur – es nahe an jene Ausdruckswelt, die Mozart in diesen Wiener Jahren erkundete, in denen fantasieartige Tastenäußerungen und eigenständige langsame Sätze ebenso als expressive „Studien“ des Affekts dienen konnten wie als ausgearbeitete Konzertstücke [3].

[1] International Mozarteum Foundation, Köchel Verzeichnis entry for KV 385h,01: authenticity status, key, instrumentation, fragmentary state, and source notes.

[2] Wikipedia: Köchel catalogue table entry referencing K. 385h as an Adagio in D for piano or organ (useful for cross-numbering context).

[3] Wikipedia: Fantasia No. 3 in D minor, K. 397/385g—Vienna (1782) context for Mozart’s minor-key, fantasy-like keyboard writing in the same period.