K. 375c

Satz zu einer Klaviersonate für zwei Klaviere in B♭, K. 375c

von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)

Mozarts Satz zu einer Klaviersonate für zwei Klaviere in B♭-Dur (K. 375c) ist ein kurzes, erhaltenes Fragment aus Wien aus dem Jahr 1782, als der 26-jährige Komponist dabei war, sein neues freischaffendes Leben in der kaiserlichen Hauptstadt zu festigen. Als einzelner Sonatensatz überliefert, erlaubt es einen reizvollen Einblick in Mozarts Denken in der hellen, nach außen gerichteten Idiomatik der Sonate für zwei Tasteninstrumente.

Hintergrund und Kontext

Mozart schrieb das Fragment K. 375c 1782 in Wien, zu einem Zeitpunkt, als er sich gerade erst außerhalb des Salzburger Hofsystems etabliert hatte und stark in die Klaviermusik investierte – sowohl als komponierender Virtuose als auch als Lehrer für die gebildeten Liebhaber der Stadt. Das Stück ist als einziger Satz für zwei Klaviere erhalten, und moderne Ausgaben behandeln es als unvollendeten Sonatensatz statt als Teil einer verlässlich dokumentierten, mehrsätzigen Sonate. Die Neue Mozart-Ausgabe druckt es unter den Fragmenten für zwei Tasteninstrumente und unterstreicht damit seinen unvollendeten Charakter sowie die schmale Quellenbasis.[1]

As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.

Musikalischer Charakter

Auf dem Papier liest sich K. 375c wie der Beginn eines klassischen Sonatensatzes – kompakt, energisch und auf den Dialog von Ebenbürtigen angelegt, nicht auf ein Solo mit Begleitung. Der Satz wechselt zwischen akkordischen Setzungen und flinken Figurationen, die sich von einem Spieler zum anderen weiterreichen lassen – eine zweiklavierige „Unterhaltung“, die auf jene konzertante Brillanz verweist, die Mozart in seinen vollendeten Werken für zwei Klaviere bereits ausgebildet hatte. Überliefert ist nur ein kurzer Musikabschnitt (der Satz bricht früh ab), sodass jeder vollständige formale Verlauf spekulativ bleiben muss; erhalten ist vor allem das Versprechen einer Exposition in B♭-Dur, mit jener charakteristischen Klarheit und dem federnden Rhythmus, die diese Tonart zu einer so natürlichen Heimat von Mozarts Wiener Klavierstil machen.[2]

[1] Digital Mozart Edition (Mozarteum): NMA IX/24/1 (2 Keyboards), table of contents listing “Sonata movement in Bb for two Keyboards (fragment) KV App. 43 (375c)”

[2] IMSLP work page: Sonata Movement in B-flat major, K.Anh.43/375c — basic catalog data (Vienna 1782; fragment; instrumentation: 2 pianos) and links to the NMA scan