Ouvertüre (verschollen oder nicht eindeutig identifiziert) in B-Dur, K. 311A
av Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Ouvertüre (verschollen oder nicht eindeutig identifiziert) in B-Dur (K. 311A) ist ein zweifelhaftes, heute verlorenes Orchesterwerk, das mit seinen Pariser Monaten des Jahres 1778 in Verbindung gebracht wird, als er 22 Jahre alt war. Das Köchel-Verzeichnis datiert das Stück ungefähr auf Juli bis September 1778 und verknüpft es mit einer dokumentierten Aufführung in Paris am 8. September 1778; da jedoch keine Partitur überliefert ist, lässt sich die Musik selbst nicht zuverlässig beschreiben.
Hintergrund und Kontext
Im Sommer 1778 hielt sich Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in Paris auf, wo er um Aufträge und Aufführungen bemüht war und zugleich versuchte, seine prekäre berufliche Lage zu stabilisieren. K. 311A gehört in dieses Pariser Intervall (im Köchel-Verzeichnis auf Juli bis September 1778 datiert) und ist dort als vollendetes Orchesterwerk verzeichnet, dessen Überlieferung verschollen und dessen Authentizität zweifelhaft ist. Derselbe Eintrag bringt es mit einer Aufführung am 8. September 1778 im Palais des Tuileries (Salle des Cent-Suisses) in Verbindung – ein ungewöhnlich konkreter Hinweis bei einem ansonsten verschwundenen Stück.[1]
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Musikalischer Charakter
Da für K. 311A weder eine Partitur (noch ein verlässlicher Stimmensatz) erhalten ist, lässt sich sein musikalischer Gehalt – Tempoplan, formale Anlage und Besetzung – nicht anhand primärer musikalischer Quellen beschreiben. Mit einer gewissen stilistischen Plausibilität lässt sich jedoch sagen, dass eine Ouvertüre in B-Dur, die 1778 in Paris entstanden ist (oder zumindest unter Mozarts Namen kursierte), den französischen Erwartungen an Brillanz und Unmittelbarkeit hätte entsprechen müssen: markante Eröffnungsgesten, eine klare tonale Rhetorik und eine lebhafte Orchesterfarbe, die in einem großen öffentlichen Saal rasch Wirkung entfaltet. Gerade in den Pariser Jahren zeigt sich, wie Mozart solche auf öffentliche Wirkung zielenden Orchesteridiome aktiv aufnimmt – etwa in der Pariser Sinfonie, K. 297/300a, mit ihrem Schwerpunkt auf eindrücklichen Effekten und bewegter Oberflächenenergie.[2])
Stellung im Katalog
K. 311A steht neben Mozarts gesicherten Pariser Orchestererfolgen von 1778 und verweist – selbst als verschollenes oder falsch zugeschriebenes Stück – auf die praktische Realität seines Pariser Lebens: das Komponieren (und Verkaufen) funktionaler Orchesterwerke für konkrete Anlässe und Institutionen, von denen einige – anders als die bekanntesten Sinfonien und Konzerte – nicht im Umlauf blieben.[1]
[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for KV 311A (status, dating, and associated 8 Sep 1778 performance; transmission lost; authenticity doubtful).
[2] Wikipedia: Symphony No. 31 in D major (“Paris”), K. 297/300a — overview and context for Mozart’s Paris orchestral style in 1778.




