K. 312

Sonatensatz (Fragment) in g-Moll, K. 312

di Wolfgang Amadeus Mozart

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Mozarts Sonatensatz für Klavier in g-Moll (K. 312) ist ein spätes, unvollendetes Tastenfragment, das gewöhnlich in die Wiener Zeit um 1790 datiert wird. Das Erhaltene deutet auf die Anfangspartien eines vollständigen Sonatensatzes im Sonatensatzform—dramatisch im Charakter, doch abbrechend, bevor eine Reprise überhaupt einsetzen kann.

Was bekannt ist

Unter der Köchel-Nummer K. 312 ist nur ein einziger, unvollständiger Satz für Soloklavier in g-Moll überliefert. Er wird meist in Mozarts späte Wiener Jahre (oft um 1790) eingeordnet, als der Komponist 34 Jahre alt war—wobei die Grundlage für eine derart genaue Datierung eher aus Quellen- und Papierbefunden stammt als aus einer eindeutigen eigenhändigen Datierung. Das Autograph bricht mitten im System abrupt ab; der Satz bleibt damit ohne fertiggestellte zweite Hälfte und ohne eine Kadenz, die die Anlage in der Tonika schließen würde.[1]

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Beschreibungen des überlieferten Textes sind sich darin einig, dass das Erhaltene der Exposition und Durchführung eines Sonatensatzes im 3/4-Takt entspricht.[1] Moderne Katalogeinträge und kursierende Ausgaben bezeichnen das Stück meist schlicht als Allegro (K. 312/590d), was sowohl seinen Fragmentcharakter als auch das Fehlen einer autoritativen, vollständigen Sonate widerspiegelt, zu der es gehören könnte.[2]

Musikalischer Gehalt

Auf den erhaltenen Seiten schreibt Mozart in einem angespannten g-Moll-Ton, der an die zugespitzte Rhetorik seiner anderen späten Werke in Molltonarten erinnert, zugleich jedoch durch eine Klaviertextur gefiltert ist, die rasch von einer prägnanten forte-Geste zu leichter artikulierter Passagenarbeit umschlagen kann. Das Manuskript weist auf einen in Sonatensatzform (Exposition gefolgt von Durchführung) konzipierten Satz hin; der Abbruch im Autograph bedeutet jedoch, dass eine etwa geplante Rückkehr (Reprise) und tonale Auflösung zwangsläufig Sache der Schlussfolgerung bleiben müssen und nicht der Dokumentation.[1]

[1] MozartDocuments.org — document page that summarizes the K. 312 fragment (autograph breaks off; surviving portion described as exposition + development; 3/4 time; discusses dating issues).

[2] IMSLP — work page for Allegro in G minor, K. 312/590d (score availability; common title and catalog cross-reference).