K. 300g

PrÀludium in C-Dur, K. 300g (K. 395 / K. 284a)

von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)

Mozarts PrĂ€ludium in C-Dur (K. 300g) ist eine kurze Solominiatur fĂŒr Tasteninstrument aus seinen frĂŒhen Erwachsenenjahen, die man meist unter dem Titel Capriccio in C-Dur, K. 395, antrifft. Üblicherweise auf etwa 1777–1778 datiert, zeigt es den 22-jĂ€hrigen Komponisten in improvisatorisch gedachten Abschnitten – teils PrĂ€ludium, teils freie Fantasie – statt in den ausgewogenen Perioden der reifen Wiener Sonaten.[1]

Hintergrund und Kontext

Mozart komponierte dieses prĂ€ludienartige StĂŒck in C-Dur, als er etwa 22 Jahre alt war – in jener Zeit des Reisens und der beruflichen Ungewissheit rund um seine Mannheim- und Parisreise (1777–78). WĂ€hrend es in Ă€lteren Katalogtraditionen schlicht als Capriccio fĂŒr Tasteninstrument ĂŒberliefert wurde (K. 395 = K. 300g), deutet die erhaltene Quellenlage auf einen Zusammenhang mit einem kleinen Konvolut von „PrĂ€ludien“ (K. 284a) hin, das handschriftlich ĂŒberliefert ist – ein Hinweis darauf, dass das Werk eher zu Mozarts praktischer, am Instrument entwickelter Welt des Extemporierens und der kurzen UnterrichtsstĂŒcke gehörte als zu einem grĂ¶ĂŸeren öffentlichen Auftrag.[2]

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Musikalischer Charakter

Auf dem Papier verhĂ€lt sich die Musik wie ein improvisiertes PrĂ€ludium: rasche Figurationen und gebrochene Akkorde entfalten sich in klarem C-Dur, bevorzugen helle, offene Klanglichkeiten und einen vorwĂ€rtsdrĂ€ngenden, quasi-Allegro-haften Impuls. Statt ein einzelnes Thema in strenger Sonatenhauptsatzform zu entwickeln, schreitet Mozart in episodischen Kontrasten voran – kurze kadenzartige Ruhepunkte, gefolgt von frischen AusbrĂŒchen der Passagenarbeit –, sodass das StĂŒck dem Hörer als geistreiches, spontanes „lautes Denken“ am Tasteninstrument erscheint. Der Gesamteindruck ist komprimierte Brillanz: ein kurzer Zeitraum, der dennoch auf jene freiere Fantasie-Manier vorausweist, zu der Mozart in spĂ€teren Tastenwerken in ambitionierterer Form zurĂŒckkehren sollte.[1]

[1] IMSLP work page for *Capriccio in C major*, K. 395 (also catalogued as K. 300g): basic work data and access to score scans (incl. NMA and manuscript scans).

[2] The Morgan Library & Museum: manuscript record for “4 preludes for piano, K. 284a,” discussing identification history connecting K. 300g/395 with the K. 284a preludes (Christoph Wolff identification).