K. 285a

Flötenquartett Nr. 2 in G-Dur (zweifelhaft), K. 285a

von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)

Das Flötenquartett in G-Dur (K. 285a) ist ein kurzes, zweisĂ€tziges Werk fĂŒr Flöte und Streichtrio, das traditionell in Mozarts Mannheimer Zeit (1778) eingeordnet wird, dessen Autorschaft jedoch seit Langem als zweifelhaft gilt [1]. Erhalten hat sich ein anmutiges, im Umfang bescheidenes StĂŒck, dessen musikalische OberflĂ€che der Kammermusik-Sprache der spĂ€ten 1770er Jahre sehr nahe steht—ob es nun tatsĂ€chlich sicher zu Mozarts eigenen Flötenquartetten gezĂ€hlt werden kann oder nicht.

Hintergrund und Kontext

1778 war Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) 22 Jahre alt und lebte mehrere Monate in Mannheim—einer Stadt, deren berĂŒhmtes Orchester und virtuose Musikkultur in seinen Werken aus der Reisezeit nach Paris hörbare Spuren hinterließen [2]. Zugleich war es der Zeitpunkt, an dem von ihm erwartet wurde, modische Flötenmusik fĂŒr den privaten Gebrauch zu liefern—Musik, in der die Flöte ĂŒber einer konversationellen Streichertextur „singt“.

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K. 285a ist als Flötenquartett in G-Dur fĂŒr Flöte, Violine, Viola und Violoncello ĂŒberliefert und zirkuliert heute als zweisĂ€tzige Partitur [1]. Doch die Zuschreibung bleibt in moderner Nachschlage- und Editionspraxis unsicher; am besten hört man es daher als ein begleitendes Dokument aus dem Mannheimer Flötenquartett-Milieu denn als einen gesichert authentifizierten Meilenstein.

Musikalischer Charakter

Das Quartett gliedert sich in zwei knappe Teile: ein Andante gefolgt von einem Tempo di Menuetto [3]. Auf dem Papier hĂ€lt die Satzweise die Flöte konsequent im Vordergrund, wĂ€hrend die Streicher eher ein leichtes, stĂŒtzendes Gegengewicht liefern als einen vollstĂ€ndig gleichberechtigten vierstimmigen Diskurs.

Das eröffnende Andante (im Dreiertakt) bevorzugt eine unangestrengte kantable Linie, in ausgewogenen Phrasen geformt und von schlichten Streicher-EinwĂŒrfen beantwortet—Musik, die auf Eleganz und Atem zielt, nicht auf dramatischen Kontrast. Das abschließende Tempo di Menuetto wirkt im Tonfall noch deutlicher gesellschaftlich: ein kompaktes TanzstĂŒck, dessen rhythmische Balance und klare Kadenzen zum hĂ€uslichen Musizieren passen und dessen ZurĂŒckhaltung (kein großes Finale, keine virtuose Kadenz) einen Teil seines Reizes ausmacht. Neben den authentifizierten Mannheimer Flötenquartetten gehört K. 285a in dieselbe Welt heiterer IntimitĂ€t—was immer sein genauer Ursprung auch sein mag.

[1] IMSLP work page: instrumentation, key, date, and two-movement layout for Flute Quartet in G major, K. 285a.

[2] Digital Mozart Edition (Mozarteum): New Mozart Edition introduction (Quartets with one Wind Instrument), providing Mannheim context and discussion of the flute quartets’ background.

[3] Spanish Wikipedia entry summarizing the two movements and meters for K. 285a (Andante; Tempo di Menuetto).