„Con ossequio, con rispetto“ (K. 210): Mozarts Salzburger Tenor-*Aria buffa* in C-Dur
ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト作

Mozarts „Con ossequio, con rispetto“ (K. 210) ist eine kompakte, aber prägnant charakterisierte Tenor-aria buffa, vollendet in Salzburg im Mai 1775, als der Komponist neunzehn Jahre alt war [1]. Für Solo-Tenor und Orchester geschrieben, gehört sie zu der anschaulichen Reihe italienischer Bühnenstücke des jungen Mozart, die für Aufführungen unter konkreten theaterpraktischen Bedingungen gedacht waren – nicht als Bestandteil einer vollständigen Opernpartitur [2].
Hintergrund und Kontext
In Mozarts Salzburger Jahren hatten selbständige Arien oft die Funktion praktischer Theater-„Module“: Man konnte sie in eine bestehende Oper einfügen, um sie auf einen bestimmten Sänger, eine lokale Truppe oder einen Moment in einer Wiederaufnahme zuzuschneiden. Con ossequio, con rispetto (K. 210) ist genau ein solches Stück – eine aria buffa (komische Arie) für Tenor und Orchester, datiert Salzburg, Mai 1775 [1].
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Die kritische Diskussion der Neuen Mozart-Ausgabe verortet K. 210 in einem konkreten Opern-Ökosystem: Sie steht in Verbindung mit der Welt der italienischen komischen Oper des späten 18. Jahrhunderts und mit der Praxis, Ersatznummern für zirkulierende Werke zu schreiben. Tatsächlich knüpft die NMA K. 210 an dieselbe Oper – ja sogar an dieselbe Szene – wie eine weitere Mozart-aria buffa für Tenor, Clarice cara mia sposa (K. 256), die im folgenden Jahr (September 1776) entstand [2]. Diese Paarung ist ein hilfreicher Hinweis darauf, wie das Salzburger Theaterleben Mozart – noch immer erst neunzehnjährig – dazu anregen konnte, Musik zu liefern, die genau auf komische Charakterzeichnung, Timing und vokale Wirkung zugeschnitten ist.
Text und Komposition
Der Text ist italienisch, der Autor unbekannt; auch moderne Kataloge führen den Librettisten entsprechend als unbekannt [1]. Das Werk ist im Autograph überliefert, und sein Status im Köchelverzeichnis des Mozarteums lautet „verified“ (authentisch) [1].
Die Besetzung im Mozarteum-Katalog entspricht der Salzburger, leicht komödiantischen Opera-buffa-Palette: Solo-Tenor mit 2 Oboen, 2 Hörnern, Streichern (Violinen I & II, Bratschen) und Basso (Cello/Kontrabass) [1]. Mit anderen Worten: Mozart braucht hier keine exotischen Klangfarben, um theatrale Wirkung zu erzielen; er setzt auf rhythmische Wachheit, klare tonale Rahmung (C-Dur) und schnelle gestische Wendungen.
Musikalischer Charakter
Der besondere Reiz von Con ossequio, con rispetto liegt darin, wie ökonomisch es eine komische Persona skizziert. Auch ohne „berühmt“ zu sein, veranschaulicht es etwas, das für Mozarts Bühneninstinkt zentral ist: Charakter entsteht nicht nur durch das, was der Sänger sagt, sondern dadurch, wie sich die Musik verhält, während er es sagt – durch Timing, Artikulation und das wissende Mitspielen des Orchesters.
Als aria buffa für Tenor steht das Stück etwas abseits von Mozarts späteren, großformatigeren Konzertarien: Es ist weniger ein Vehikel monumentaler Virtuosität als vielmehr eine Miniaturszene sozialen Theaters, auf unmittelbare Wirkung gebaut. Das macht es innerhalb von Mozarts Œuvre wertvoll. 1775 – zwischen frühen Salzburger Opernprojekten und den späteren Durchbrüchen von Idomeneo (1781) und den Da-Ponte-Opern – schärft Mozart bereits jene Fähigkeit, die seine reife Komik prägen wird: vokale Deklamation mit instrumentellem Witz zu verzahnen und aus höflicher Konvention musikalisches Drama zu machen.
Für heutige Hörer lohnt K. 210 Aufmerksamkeit gerade deshalb, weil es kleinformatig und funktional ist: Man hört Mozart darin „bei der Arbeit“ im Theater – wie er erprobt, wie wenige Minuten Musik eine Situation beleben, eine Pointe setzen und eine Figur mit scharfen Konturen zurücklassen können.
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楽譜
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[1] Mozarteum (Köchel-Verzeichnis) entry for KV 210: date (Salzburg, May 1775), authenticity, key, and instrumentation.
[2] Neue Mozart-Ausgabe (Digital Mozart Edition), editorial/critical discussion (English PDF) contextualizing KV 210 as an aria buffa linked to substitute-aria practice and related to KV 256.







