Zwei kleine Fugen (Versetten) für Orgel in G-Dur und D-Dur, K. 154a
ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト作

Mozarts Zwei kleine Fugen (Versetten) für Orgel, K. 154a, sind kurze kontrapunktische Miniaturen, die mit Salzburg um 1772 in Verbindung stehen, als der Komponist 16 Jahre alt war. Trotz ihres bescheidenen Umfangs – und obwohl sie mitunter auch auf Cembalo oder Fortepiano gespielt werden – zeigen sie einen jungen Mozart, der fugale Verfahren in einer konzentrierten, praxisnahen Tastenidiomatik erprobt.[1]
Hintergrund und Kontext
1772 war Mozart nach seinen Italienreisen wieder in Salzburg, am erzbischöflichen Hof angestellt und komponierte kontinuierlich in verschiedenen Gattungen – Sinfonien, Kirchenmusik und kleinere Tastenstücke für den häuslichen und Andachtsgebrauch. Die Zwei kleinen Fugen (Versetten), K. 154a, gehören in dieses Salzburger Umfeld und sind als kurze Orgelstücke überliefert (heute häufig unter den „vermischten“ Tastenwerken geführt).[1] Moderne Werkverzeichnisse beschreiben sie ausdrücklich als zwei Versetten – kurze fugierte Verse – eines in G-Dur und eines in D-Dur; diese Paarung deutet ebenfalls auf eine praktische Funktion hin (etwa als kurze Zwischenspiele innerhalb eines Gottesdienstes oder im Unterricht), auch wenn sie sich keiner konkreten Gelegenheit sicher zuordnen lassen.[2]
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Musikalischer Charakter
Auf dem Papier sind beide Stücke kompakte Fugen: Jedes beginnt mit einem klar profilierten Thema und führt es in geradlinigen imitatorischen Einsätzen weiter, wobei der Satz schlank bleibt und die Harmonik direkt wirkt. Die Fuge in G-Dur besitzt besonders eine unaufdringliche Helligkeit; ihr Thema eignet sich für saubere Antworteinsätze und kurze, verbindende Episoden. Die Fuge in D-Dur verfährt ebenso knapp und betont eher eine klare Stimmführung als äußerliche Wirkung.[1]
Obwohl für Orgel konzipiert, machen Umfang und Satzbild die Stücke für andere Tasteninstrumente gut geeignet; entsprechend werden sie häufig auch so aufgeführt – nicht zuletzt, weil ihr weitgehend manualiter (nur mit den Händen) angelegter Charakter und die Konzentration auf transparenten Kontrapunkt eher dafür sprechen als ein auf Dauerklang zielender Orgelklang.[3] Im Kleinen zeigt sich in K. 154a ein wiederkehrender Zug in Mozarts Entwicklung: die beharrliche, praxisorientierte Auseinandersetzung mit gelehrten Stilen (stile antico und fugales Schreiben), die später – in weit größerem Maßstab – in den kontrapunktischen Finalsätzen und Fugato-Passagen seiner reifen Werke erneut hervortritt.
[1] Digital Mozart Edition (Neue Mozart-Ausgabe), vol. IX/27/2: listing including “Two Little Fugues (Versets) for Organ KV 154a”.
[2] Bärenreiter (UK) description for “Organ and Keyboard Music at the Salzburg Court 1500–1800”, listing “2 Versus G major, D major K.154a”.
[3] PianoLibrary.org reference entry for “Two little Fugues (Versets), KV 154a/Anh. A 61–62”, noting keys and common performance on piano despite organ origin.




