K. Anh.H 24,04

Kontrapunktische Studie in F-Dur (K. Anh.H 24,04)

de Wolfgang Amadeus Mozart

Silverpoint drawing of Mozart by Dora Stock, 1789
Mozart, silverpoint by Dora Stock, 1789 — last authenticated portrait

Die Kontrapunktische Studie (K. Anh.H 24,04) ist eine winzige kontrapunktische Übung für Tasteninstrument, als Fragment überliefert und traditionell mit Mozarts Wien des Jahres 1791 (im Alter von 35 Jahren) in Verbindung gebracht. Die Autorschaft ist unsicher, doch gewährt sie einen aufschlussreichen Einblick in jene strenge, handwerklich orientierte Schreibweise, die Mozarts spätes Musiktheater umgab.

Hintergrund und Kontext

1791 lebte und arbeitete Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in Wien, während er eine bemerkenswerte Reihe später Projekte vollendete, darunter Die Zauberflöte (K. 620). Die Kontrapunktische Studie K. Anh.H 24,04 erscheint in den Skizzen der Neuen Mozart-Ausgabe als „Kontrapunktstudie über einen cantus firmus“ im Zusammenhang mit der Szene der Geharnischten im Finale des zweiten Akts (dem Priest’s March)—und sie ist nur als kurzes, praktisches Fragment erhalten, nicht als ausgearbeitetes „Stück“, das zur Veröffentlichung bestimmt gewesen wäre.[1]

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Musikalischer Charakter

Auf dem Papier liest sich K. Anh.H 24,04 wie eine Werkstattübung: Ein schlichter cantus firmus (eine vorgegebene, getragen geführte Melodie) wird einer beweglicheren kontrapunktischen Linie gegenübergestellt; im Vordergrund stehen korrekte Intervallführung und stetige Stimmführung, nicht pianistische Schau. Der Satz ist knapp und zielgerichtet und deutet darauf hin, dass der Komponist erprobte, wie eine einfache Grundlinie imitatorisch oder gleichsam in der Art von Spezies-Kontrapunkt behandelt werden kann—Fertigkeiten, die 1791 ganz selbstverständlich in die Nähe von Mozarts theatralischem und zeremoniellem Kontrapunkt in den Schlussszenen der Zauberflöte rücken.[1]

[1] Digital Mozart Edition (Neue Mozart-Ausgabe): Table of Contents, NMA X/30/3 “Sketches” — entry for “Counterpoint study of a cantus firmus (fragment) K. Anh. H 24/04” within sketches for *Die Zauberflöte*.