Klaviersonate in B-Dur, K. 498a (unecht/zweifelhaft)
av Wolfgang Amadeus Mozart

Die sogenannte Klaviersonate in B-Dur (K. 498a; 1785) ist ein viersätziges Tastenwerk, das unter Mozarts Namen überliefert wurde, heute jedoch allgemein als unecht gilt—am häufigsten in Verbindung gebracht mit August Eberhard Müller. Die erhaltene Quellenlage deutet auf eine posthume Kompilation hin, die aus unterschiedlichen Materialien zusammengefügt wurde, von denen einige aus authentischen Mozart-Werken bearbeitet sind.
Hintergrund und Kontext
Die als K. 498a bekannte Sonate wird in der modernen Forschung weniger mit Mozarts dokumentiertem Klavierschaffen des Jahres 1785 (seinem Wiener „Konzertjahr“) in Verbindung gebracht als vielmehr mit einer späteren Veröffentlichungsgeschichte: Sie erschien erst 1798 im Druck, in Leipzig unter Mozarts Namen herausgegeben, und wurde kurz darauf stattdessen mit dem Thomaskantor August Eberhard Müller (1767–1817) verknüpft [1] [2]. Die Neue Mozart-Ausgabe führt das Stück unter den Werken zweifelhafter Echtheit und behandelt es als einen „gemischten“ Text, der aus frühen Drucken abgeleitet ist, nicht aus einer einzigen maßgeblichen Quelle [3]. In diesem umstrittenen Bild hoben ältere Autoren gelegentlich einzelne Sätze (namentlich den ersten und dritten) als mögliches Trägermaterial Mozartischer Substanz hervor, doch bleiben solche Zuschreibungen in der aktuellen editorischen Einordnung fraglich [3].
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Musikalischer Charakter
In der Überlieferung präsentiert sich K. 498a als viersätziges Werk (Allegro, Andante, Menuetto, Rondo) in B-Dur [1]. Mehrere Partien sind nachweislich abgeleitet: Das Andante wird als Bearbeitung des Variationensatzes aus Mozarts Klavierkonzert Nr. 17 in B-Dur, K. 450 beschrieben, während das Finale bearbeitete Passagen enthält, die mit den Finali der Konzerte K. 450, K. 456 und K. 595 in Verbindung gebracht werden [1]. Nach Auffassung der NMA-Herausgeber wirken der Kopfsatz und das Menuett wie Originalkomposition in bewusst „Mozartischer“ Idiomatik, der langsame Satz wie eine Bearbeitung nach Mozart und das Rondo wie eine Art stilistisches Patchwork—ein Grund, weshalb sich das Werk der organischen thematischen Logik und der straffen motivischen Ökonomie widersetzt, die für Mozarts gesichert echte Wiener Sonaten typisch sind [3].
Noter
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[1] Wikipedia: overview of K. 498a (publication history; movement titles; identified borrowings from Mozart concertos).
[2] IMSLP: catalogue entry listing the sonata under August Eberhard Müller and giving K. 498a / Anh. 136 identifiers.
[3] Neue Mozart-Ausgabe (Digital Mozart Edition), Series X/29/2 (Works of Dubious Authenticity): editorial discussion of K. Appendix 136 / K. 498a as a mixed edition and likely Müller work with arranged/borrowed Mozart material.




