K. 498a

Klaviersonate in B-Dur, K. 498a (unecht/zweifelhaft)

di Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Die sogenannte Klaviersonate in B-Dur (K. 498a; 1785) ist ein viersĂ€tziges Tastenwerk, das unter Mozarts Namen ĂŒberliefert wurde, heute jedoch allgemein als unecht gilt—am hĂ€ufigsten in Verbindung gebracht mit August Eberhard MĂŒller. Die erhaltene Quellenlage deutet auf eine posthume Kompilation hin, die aus unterschiedlichen Materialien zusammengefĂŒgt wurde, von denen einige aus authentischen Mozart-Werken bearbeitet sind.

Hintergrund und Kontext

Die als K. 498a bekannte Sonate wird in der modernen Forschung weniger mit Mozarts dokumentiertem Klavierschaffen des Jahres 1785 (seinem Wiener „Konzertjahr“) in Verbindung gebracht als vielmehr mit einer spĂ€teren Veröffentlichungsgeschichte: Sie erschien erst 1798 im Druck, in Leipzig unter Mozarts Namen herausgegeben, und wurde kurz darauf stattdessen mit dem Thomaskantor August Eberhard MĂŒller (1767–1817) verknĂŒpft [1] [2]. Die Neue Mozart-Ausgabe fĂŒhrt das StĂŒck unter den Werken zweifelhafter Echtheit und behandelt es als einen „gemischten“ Text, der aus frĂŒhen Drucken abgeleitet ist, nicht aus einer einzigen maßgeblichen Quelle [3]. In diesem umstrittenen Bild hoben Ă€ltere Autoren gelegentlich einzelne SĂ€tze (namentlich den ersten und dritten) als mögliches TrĂ€germaterial Mozartischer Substanz hervor, doch bleiben solche Zuschreibungen in der aktuellen editorischen Einordnung fraglich [3].

As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.

Musikalischer Charakter

In der Überlieferung prĂ€sentiert sich K. 498a als viersĂ€tziges Werk (Allegro, Andante, Menuetto, Rondo) in B-Dur [1]. Mehrere Partien sind nachweislich abgeleitet: Das Andante wird als Bearbeitung des Variationensatzes aus Mozarts Klavierkonzert Nr. 17 in B-Dur, K. 450 beschrieben, wĂ€hrend das Finale bearbeitete Passagen enthĂ€lt, die mit den Finali der Konzerte K. 450, K. 456 und K. 595 in Verbindung gebracht werden [1]. Nach Auffassung der NMA-Herausgeber wirken der Kopfsatz und das Menuett wie Originalkomposition in bewusst „Mozartischer“ Idiomatik, der langsame Satz wie eine Bearbeitung nach Mozart und das Rondo wie eine Art stilistisches Patchwork—ein Grund, weshalb sich das Werk der organischen thematischen Logik und der straffen motivischen Ökonomie widersetzt, die fĂŒr Mozarts gesichert echte Wiener Sonaten typisch sind [3].

Spartito

Scarica e stampa lo spartito di Klaviersonate in B-Dur, K. 498a (unecht/zweifelhaft) da Virtual Sheet MusicÂź.

[1] Wikipedia: overview of K. 498a (publication history; movement titles; identified borrowings from Mozart concertos).

[2] IMSLP: catalogue entry listing the sonata under August Eberhard MĂŒller and giving K. 498a / Anh. 136 identifiers.

[3] Neue Mozart-Ausgabe (Digital Mozart Edition), Series X/29/2 (Works of Dubious Authenticity): editorial discussion of K. Appendix 136 / K. 498a as a mixed edition and likely MĂŒller work with arranged/borrowed Mozart material.