Kanon in F für drei Stimmen im Einklang, „Heiterkeit und leichtes Blut“ (K. Anh.H 11,15)
di Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Kanon in F-Dur, „Heiterkeit und leichtes Blut“ (K. Anh.H 11,15; auch überliefert als K. 507), ist ein winziger dreistimmiger Unisono-Kanon aus Wien, datiert auf 1786—Musik für geselliges Singen eher als für den Konzertsaal [1] [2]. Obwohl das Werk im Autograph erhalten ist und offenbar früh abgeschrieben und gedruckt wurde, hat seine Überlieferung im Zusammenhang mit Materialien zu Thomas Attwood mitunter die Frage verkompliziert, wie eindeutig es in der modernen Katalogisierung mit Mozarts eigener Hand zu verbinden ist [1] [3].
Hintergrund und Kontext
Der dreistimmige Kanon „Heiterkeit und leichtes Blut“ wird auf 1786 datiert, als Mozart—dreißig Jahre alt und in Wien bereits fest etabliert—gleichzeitig Musik für ganz unterschiedliche Bereiche schrieb: für die Öffentlichkeit, fürs Theater, für den Unterricht und fürs Private [1]. Die Überlieferung ist für eine solche Miniatur ungewöhnlich gut greifbar: Das Köchel-Verzeichnis führt ein Autograph (eine einblättrige Partitur) und mehrere spätere Abschriften sowie einen frühen Druck (1804) und die Aufnahme in die Neue Mozart-Ausgabe an [1].
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Der Text ist deutsch—„Heiterkeit und leichtes Blut“ („cheerfulness and light blood/spirits“)—und wird im Mozarteum-Eintrag Gottfried Christoph Härtel zugeschrieben [1]. Im selben Wiener Umfeld war Mozart eng mit dem jungen englischen Musiker Thomas Attwood verbunden (in Wien 1785–1787), und der Kanon erscheint im Kontext der Skizzen bzw. der Attwood-bezogenen Materialien der Digital Mozart Edition für 1786 [3].
Musikalischer Charakter
Für drei unbegleitete Stimmen (V1, V2, V3) gesetzt, ist das Stück ein knapper Kanon in unisono in F-Dur—eine melodische Linie, die von drei Stimmen nacheinander in Imitation aufgenommen wird [1] [2]. Solche Kanons leben von Klarheit: von einer Melodie, die auch dann verständlich bleibt, wenn sie sich überlagert, und von Harmonien, die sich „sauber“ auflösen, sobald die Stimmen zusammenfallen.
Der flotte, gut gelaunte Ton des Textes passt zur gesellschaftlichen Funktion dieser Gattung in Mozarts Wien—kurze Stücke, die man im privaten Kreis rasch aufgreifen konnte und die dennoch einen Blick auf die schnelle kontrapunktische Schlagfertigkeit des Komponisten und seinen Instinkt für eine gut singbare Linie erlauben [1].
[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel Verzeichnis entry for KV Anh. H 11,15 (“Heiterkeit und leichtes Blut”): dating, key, scoring, transmission (autograph, copies), publications (NMA references), and text attribution.
[2] IMSLP work page: Canon for 3 Voices in F major, K. 507 (alt. title “Heiterkeit und leichtes Blut”)—basic catalog data (key, year, scoring, language) and access point for scores.
[3] Digital Mozart Edition (DME), Neue Mozart-Ausgabe table of contents (NMA X/30/3: Sketches): lists K. Anh. H 11/15 within the 1786 sketch/Attwood-related context (Skb 1786c/02).




