K. Anh.C 9.03

Kanon für zwei Stimmen „Beym Arsch ist’s finster“ (K. Anh.C 9.03)

沃尔夫冈·阿马德乌斯·莫扎特

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Der kurze zweistimmige Kanon „Beym Arsch ist’s finster“ (K. Anh.C 9.03) ist ein skatologischer Wiener Rundgesang, der unter Mozarts Namen überliefert ist und meist auf 1783 datiert wird, als er 27 Jahre alt war. Der Text kursierte auch in einer zensierten Ersatzfassung („Die Nacht ist finster“), und moderne Kataloge halten die Zuschreibung für falsch.

Hintergrund und Kontext

K. Anh.C 9.03 ist als knapper Kanon mit den Anfangsworten „Beym Arsch ist’s finster“ („Beim Arsch ist’s finster“) überliefert und wird gemeinhin in Wien um 1783 verortet – in demselben privaten, geselligen Umfeld, aus dem auch andere humoristische Kanons und Gesellschaftslieder hervorgingen, die unter Freunden nach dem Essen und bei Geselligkeit (informellen Zusammenkünften) gesungen wurden [1]. Zur Überlieferungsgeschichte gehören Abschriften und Drucke aus dem frühen 19. Jahrhundert unter dem bereinigten Titel „Die Nacht ist finster“ – Ausdruck einer langen Praxis, für Aufführung und Veröffentlichung „anständige“ Worte einzusetzen [1]. Bereits in den späten 1790er-Jahren wird das Lied in Korrespondenz im Umfeld von Mozarts Nachlass und Verlegern erwähnt, was nahelegt, dass es (ungeachtet der tatsächlichen Urheberschaft) schon bald nach seinem Tod als ein „Mozart“-Stück im Umlauf war [2].

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Musikalischer Charakter

Auf dem Papier ist das Stück als Kanon (Rundgesang) angelegt: eine kurze, gut singbare Linie, die von der zweiten Stimme nach geringem zeitlichem Abstand imitiert wird und so rasch ein dicht verzahntes Kontrapunktgeflecht entstehen lässt – ohne jede ausgreifende Durchführung [1]. Obwohl der Kanon heute häufig in Bearbeitungen begegnet, die eine Bassstimme ergänzen und ihn als kleines Trio präsentieren, beschreibt der maßgebliche Katalogeintrag ihn als Kanon (und die historischen Quellen lassen ihn oft mit alternativem, „gesäuberten“ Text zirkulieren). Seine Wirkung zielt daher weniger auf große chorische Klangpracht als auf die komische Reibung zwischen höfischer musikalischer Kunstfertigkeit und bewusst derben Worten [1].

[1] Mozarteum (Köchel Verzeichnis) work entry for KV Anh. C 9.03: status/authenticity, transmission, sources, early prints.

[2] Digital Mozart Edition (Mozarteum), English transcription PDF: Nissen correspondence (1799) mentioning “Beym Arsch ists finster” and its catalogue reference.