Kanon fĂŒr 6 Stimmen in 1 in D (K. Anh.H 10,13)
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Mozarts Kanon fĂŒr 6 Stimmen in 1 in D-Dur (K. Anh.H 10,13) ist ein knappes, unbegleitetes VokalstĂŒck im geselligen Stil, das mit Wien und den frĂŒhen 1780er-Jahren verbunden ist. Meist wird es auf etwa 1784â85 datiert (mitunter auch weiter gefasst auf ca. 1782); es zeigt Mozarts souverĂ€nen Umgang mit strenger Imitation selbst in Musik, die fĂŒr informelles Musizieren gedacht war.[1][2]
Hintergrund und Kontext
Mozart lebte in Wien, in der Mitte seiner Zwanziger, und hatte sich nach dem Bruch mit dem Salzburger Hof gerade als freischaffender Musiker und Komponist etabliert. In diesem Umfeld kursierten kurze Kanons unter Freunden und Kollegen besonders leicht als Gebrauchsmusik fĂŒr gesellige ZusammenkĂŒnfteârasch abzuschreiben, rasch zu singen und befriedigend in ihrer gelehrten Raffinesse.[2][3]
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FĂŒr K. Anh.H 10,13 bewahren moderne Katalogisierung und Editionen das Werk als abgeschlossenen sechsstimmigen Kanon in D-Dur; es ist in Quellen ĂŒberliefert, die mit Mozarts Wiener Skizzen- und Abschriftkontext verbunden sind, doch eine gesicherte, erzĂ€hlende Dokumentation ĂŒber eine erste AuffĂŒhrungâoder fĂŒr wen es geschrieben wurdeâhat sich nicht erhalten.[1][2]
Musikalischer Charakter
Die Bezeichnung âfĂŒr 6 Stimmen in 1â meint einen Kanon im Einklang: Alle sechs SĂ€ngerinnen und SĂ€nger ĂŒbernehmen dieselbe notierte Linie und setzen in festgelegten ZeitabstĂ€nden imitatorisch ein, sodass aus einer einzigen melodischen Idee die gesamte polyphone Textur entsteht. In der Praxis ergibt das ein helles, straff gewobenes Geflecht ĂŒberlappender Phrasenâbesonders wirkungsvoll in D-Dur, dessen offene Resonanz dicht geschichtete Imitationen auch ohne Instrumente klar hervortreten lassen kann.[3]
Wie viele von Mozarts Kanons aus dieser Zeit steht das StĂŒck in einer Tradition, die kontrapunktische âRegelnâ in gesellige Geistesgegenwart verwandelt: Die Singenden mĂŒssen aufmerksam zuhören, ihre EinsĂ€tze ausbalancieren und Linie wie Intonation halten, wĂ€hrend sich die Textur verdichtet. Selbst im Miniaturformat spiegelt es den Wiener Mozart in gröĂerem MaĂstab, der mĂŒhelos zwischen öffentlicher VirtuositĂ€t und privater Handwerkskunst wechseln konnteâund gelehrten Kontrapunkt nicht als SchulĂŒbung behandelte, sondern als lebendige Musik, die im Miteinander entsteht.[2]
[1] Mozarteum (KV): work entry for KV Anh. H 10,13, including key and dating information
[2] Digital Mozart Edition (Neue Mozart-Ausgabe) table of contents: Canons, listing K. Anh. H 10/13 with title incipit
[3] IMSLP work page: Canon for 6 Voices in D major, K.347/382f (unaccompanied; basic scoring and dating summary)




