K. 401

Fuge g-Moll für Orgel (Fragment), K. 401

par Wolfgang Amadeus Mozart

Miniature portrait of Mozart, 1773
Mozart aged 17, miniature c. 1773 (attr. Knoller)

Mozarts Fuge g-Moll (Fragment), K. 401, ist ein unvollendetes kontrapunktisches Tastenwerk, das auf etwa 1772–1773 datiert. Überliefert ist es nur als kurzer eigenhändiger Entwurf; er gewährt einen Einblick, wie der 16-jährige Komponist in einer dunklen, konzentrierten Molltonart mit fugenmäßigen Verfahren experimentiert.

Was bekannt ist

Das als Mozarts Fuge g-Moll (Fragment), K. 401 überlieferte Werk ist authentisch, aber unvollendet, und hat sich in einer knappen eigenhändigen Quelle erhalten (ein einzelnes Blatt mit zwei beschriebenen Seiten). Das Köchel-Verzeichnis datiert es nach Salzburg, 1772–1773, und bezeichnet es als „vermutlich für Orgel“, führt die Besetzung zugleich jedoch schlicht als clav (Tasteninstrument) an—ein Hinweis auf die typische Unschärfe kurzer Tasten-Entwürfe aus dem späten Barock bzw. der Frühklassik.[1]

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Dieselbe Überlieferungstradition begünstigte die Verbreitung des Stücks in Abschriften und Drucken des frühen 19. Jahrhunderts; spätere Ausgaben bieten mitunter einen „vervollständigten“ Text, besonders in einer Bearbeitung, die Maximilian Stadler (1748–1833) zugeschrieben wird.[2]

Musikalischer Gehalt

Erhalten ist eine kompakte Fugenexposition mit anschließender Fortführung in g-Moll, ausgeführt in vierstimmiger Tastensatz-Textur. Der Duktus wirkt überwiegend alla breve-nah (gleichmäßige kontrapunktische Bewegung, häufige Imitation), mit einem Thema, das den Mollcharakter betont und einen ernsten, kirchlich gefärbten Affekt trägt—Merkmale, die sich plausibel neben Mozarts Studien des gelehrten Stils in der Jugendzeit einordnen lassen, auch wenn das Fragment endet, bevor sich eine Fugenausarbeitung in größerem Maßstab entfalten kann.[2]

Da der Entwurf mitten im Verlauf abbricht, lässt sich sein größerer Plan (ein vollständiger Satz von Einsätzen, Episoden sowie ein abschließendes Stretto oder eine Kadenz) aus Mozarts Notation allein nicht zuverlässig rekonstruieren; Aufführungen stützen sich daher häufig entweder auf die überlieferten Takte als Fragment oder auf spätere Ergänzungen.[1]

[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis entry for KV 401 (status, dating, sources, instrumentation).

[2] IMSLP work page for Fugue in G minor, K. 401/375e (score access, completeness notes, Stadler completion attribution, basic metadata).