Allegro in B-Dur für Klavier (Fragment; vervollständigt von M. Stadler), K. 400
de Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Allegro in B-Dur für Klavier (K. 400; auch als K. 372a katalogisiert) ist ein erhalten gebliebenes Fragment eines ersten Satzes aus seinen frühen Wiener Jahren und wird meist auf etwa 1781–1782 datiert. Da es unvollständig überliefert ist, erklingt es heute zumeist in einer späteren Ergänzung durch den Wiener Komponisten und Geistlichen Maximilian Stadler.
Was bekannt ist
Das Werk ist als unvollendeter Sonatensatz (Allegro) in B-Dur für Soloklavier überliefert und wird mit Mozarts früher Wiener Zeit in Verbindung gebracht (ca. 1781–1782, als er 25–26 Jahre alt war). In der Neuen Mozart-Ausgabe wird es ausdrücklich als „Satz einer Sonate in B … vervollständigt von Maximilian Stadler“ vorgestellt – ein Hinweis darauf, dass der im Konzert zu hörende Schluss nicht vollständig auf Mozart selbst zurückgeht.[1]
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Am häufigsten wird als Abbruchstelle angegeben, dass Mozarts Autograph bis durch Exposition und Durchführung reicht und dann mitten in der Reprise endet – oft mit der Angabe „bis zur Mitte von Takt 91“, während Stadler die Fortsetzung bis zu einer Aufführungsdauer von ungefähr 148 Takten ergänzt.[2] Damit ist K. 400 ein ungewöhnlich klarer Fall, in dem das Manuskript eher zu einer praktischen Realisierung einlädt als zu einer mutmaßenden „Rekonstruktion“.
Musikalischer Gehalt
Was auf dem Papier erhalten ist, zeigt eine straffe, brillante Sonatenhauptsatzanlage – typisch für Mozarts Klaviersatz zu Beginn der 1780er Jahre: eine prägnante Hauptidee, lebhaftes Passagenwerk und eine Durchführung, die kleine Motive mit raschen Modulationen und rhythmischem Nachdruck verarbeitet. Die klare, periodische Phrasierung des Fragments und die geschäftige Figuration der rechten Hand lassen einen Komponisten erkennen, der sich gerade intensiv mit dem öffentlichen Klavierspiel Wiens auseinandersetzt – virtuos genug, um zu glänzen, und doch getragen von jener galanten Klarheit, die Mozarts reife Sonaten prägt.[3]
In der Aufführung erscheint Stadlers Ergänzung meist als pragmatischer, formbewusster Versuch, Mozarts überliefertes Material zu einer ausgewogenen Reprise und einem schließenden Abschnitt „zurechtzuschneiden“; stilistisch zielt sie darauf, nach Mozart zu klingen, indem sie den Vorgaben der Exposition folgt, statt neue, stark persönliche Themen einzuführen.[4]
[1] Digital Mozart Edition (Mozarteum): Neue Mozart-Ausgabe table of contents listing K. 400/372a as a sonata movement “completed by Maximilian Stadler.”
[2] Wikipedia (French): overview noting Mozart’s text breaks off around the middle of bar 91, with the remainder completed by Maximilian Stadler.
[3] IMSLP work page: catalog identifiers (K. 400 / K⁶ 372a), key, and public-domain score access for the fragment/completion tradition.
[4] Schott Music catalogue note discussing the piece as a sonata movement and the plausibility of Stadler’s completion within sonata form conventions.




