K. 626b

Fuge (Fragment) in c-Moll, K. 626b

par Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)

Mozarts Fuge (Fragment) in c-Moll (K. 626b) ist als einseitige Skizze von nur 27 Takten überliefert und wird in den Moldenhauer Archives der Library of Congress aufbewahrt [1]. Mitunter begegnet das Stück unter dem Incipit-Titel Anfang einer Fuge („Beginning of a Fugue“), doch bleibt es eine unsichere, unvollendete Notiz, deren eigentliches Medium nicht verlässlich dokumentiert ist [2].jpg).

Was bekannt ist

Ein kurzes Autograph, das (in späterer Beschreibung) Anfang einer Fuge betitelt ist, wird als „Fragment of Fugue in C Minor“ katalogisiert und besteht aus einer Seite mit 27 Takten in Tinte [1]. Derselbe Eintrag vermerkt, das Blatt sei „inscribed by Georg Nissen“ (Constanze Mozarts zweitem Ehemann) beschriftet worden, was auf eine spätere Bearbeitung und Identifizierung innerhalb des Mozart-Nachlasses hindeutet [1]. Ein weithin verbreitetes digitales Faksimile verweist auf das Exemplar der Library of Congress (hdl.loc.gov/loc.music/molden.3121), klärt die Besetzung jedoch nicht; die Notation wirkt eher wie eine knappe, systembezogene Skizze als wie eine ausgearbeitete, sauber eingerichtete Partitur [2].jpg).

Mozarts mutmaßliche Datierung um 1780 in Wien (im Alter von 24 Jahren) verortet das Fragment in seine frühen Wiener Jahre, als er sich zunehmend mit kontrapunktischem Handwerk beschäftigte—ein Interesse, das später in stärker ausgearbeiteten Fugen und Fugato-Passagen aufblühte. Mit diesem einzelnen Blatt allein ist es jedoch am sichersten, K. 626b als isolierte Kontrapunktstudie zu betrachten und nicht als Dokument, das an einen konkreten öffentlichen Auftrag gebunden wäre.

Musikalischer Gehalt

Erhalten ist der Beginn einer Fuge: ein Thema, das in c-Moll vorgestellt und in einer anderen Stimme beantwortet wird; weitere Einsätze sind angedeutet, werden jedoch weder bis zu einer Kadenz noch zu einem klaren formalen Ziel fortgeführt. Die Schreibweise ist überwiegend linear (Stimme gegen Stimme), und das Fragment erweckt den Eindruck, Mozart erprobe eine ernste, streng gefügte thematische Idee, statt eine dekorative Klavierminiatur zu komponieren.

Über diese eröffnende Anlage hinaus liefert die Seite nicht genügend Informationen, um mit Sicherheit über die beabsichtigte Instrumentation (Tasteninstrument, Orgel oder vokales/instrumentales Ensemble) oder eine liturgische Bestimmung zu sprechen. Sein hauptsächlicher Wert liegt in dem Einblick, den es in Mozarts Denken „in Fugenform“ gewährt: ein Thema zu setzen, die Imitation anzustoßen und die Fortführung einem späteren Moment zu überlassen, der nie gekommen ist.

[1] Library of Congress (Moldenhauer Archives) finding aid entry describing “Anfang einer Fuge”: autograph music manuscript, 1 page (27 measures), notes on inscription and cataloging.

[2] Wikimedia Commons facsimile page for “Anfang einer Fuge (Fragment of Fugue in C Minor, K. 626b/27),” linking to the Library of Congress digital item (hdl.loc.gov/loc.music/molden.3121).