Bassetthornkonzert in G (Fragment), K. 584b
von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Bassetthornkonzert in G (Fragment), K. 584b, ist der erhaltene Entwurf zu einem Konzertsatz aus Wien (1787), vermutlich für das Bassetthorn im Umfeld seines engen Kreises von Bläserspielern gedacht. Auf den wenigen überlieferten Seiten schimmert Mozarts reifer Konzertstil im Alter von 31 Jahren durch – lyrisch, dramaturgisch präzise disponiert und bereits auf jene Klangwelt vorausweisend, die man später mit seiner Klarinettenschreibweise verbindet.
Was bekannt ist
Unter der Köchel-Nummer K. 584b ist lediglich ein Fragment eines Konzertsatzes für Bassetthorn und Orchester erhalten, allgemein auf Wien, 1787 datiert.[1] Das Werk ist als unvollständige eigenhändige Skizze überliefert, nicht als ausgearbeitetes, vollständig orchestriertes Konzert; ein vollständiges mehrsätziges Werk ist nicht überkommen.[1]
Da Mozart in diesen Jahren intensiv für Klarinetten und Bassetthörner schrieb (nicht zuletzt für Freunde in den Wiener Musikerkreisen), haben Forschende K. 584b häufig mit dem virtuosen Umfeld dieses Instruments in Verbindung gebracht – mitunter wird Anton Stadler als plausibler Bezugspunkt genannt, auch wenn die erhaltenen Quellen weder eine eindeutige Widmung noch einen gesicherten Uraufführungskontext zulassen.[2]
Musikalischer Gehalt
Das Erhaltene wirkt wie der Beginn eines ersten Konzertsatzes: ein orchestraler Rahmen, der Raum für eine kantable Sololinie schafft, wobei das Bassetthorn als lyrischer Protagonist behandelt wird und nicht bloß als koloristisches obbligato.[2] Die Schreibweise des Fragments bevorzugt eine geschmeidige, schrittweise Melodik und weit gespannte Periodenbildung – idiomatisch für ein tiefes, erweitertes Instrument der Klarinettenfamilie – und lässt zugleich jene dialogische Konzert-Rhetorik anklingen, die Mozart im Verlauf der 1780er Jahre verfeinert hatte.[1]
[1] Mozarteum Köchel catalogue entry for KV 584b (concerto movement in G for basset horn and orchestra; fragment; dating and basic work data).
[2] Colin Lawson, Cambridge University Press (chapter “Mozart’s original text”): discussion of the surviving autograph sketch for basset horn in G and its status as a primary source for this unfinished concerto text.