„Ah più tremar non voglio“ (Arie für Tenor), K. 71 (Fragment) — F-Dur
by Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Tenor-Arienfragment „Ah più tremar non voglio“ (K. 71) stammt aus der Zeit um 1769–1770, als der Komponist etwa vierzehn Jahre alt war, und wird gewöhnlich in Salzburg verortet. Nur in unvollständiger Form überliefert, bietet es einen kurzen, aber aufschlussreichen Einblick in Mozarts frühe Auseinandersetzung mit dem italienischen opera seria-Stil.
Was bekannt ist
„Ah più tremar non voglio“ (K. 71) ist als kurzes Fragment für Tenor und Orchester in F-Dur erhalten und wird mit Mozarts Salzburger Jahren um 1769–1770 in Verbindung gebracht.[1][2] Der überlieferte Notentext ist knapp (in der modernen Nachschlage- und Referenzliteratur oft als nur wenige Dutzend Takte beschrieben), und es handelt sich offenbar eher um einen isolierten Arienausschnitt als um eine eindeutig zu identifizierende Nummer aus einem vollständig erhaltenen Bühnenwerk.[3]
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Die Hauptquelle ist ein Autograph aus der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin; moderne Werkverzeichnisse und Digitalisate führen es unter den Mozart-Autographen der Bibliothek.[1] Der italienische Text wird häufig mit Metastasios Demofoonte in Verbindung gebracht – ein Hinweis darauf, dass Mozart, wenn auch im Kleinen, im zentralen seria-Repertoire arbeitete, das er als Teenager in sich aufnahm.[4]
Musikalischer Inhalt
Erhalten ist der kompakte Beginn einer opera seria-Arie (in den Fragmentverzeichnissen der NMA mit Allegro bezeichnet) in F-Dur, geschrieben für Tenor und ein Orchester in der für das klassische Salzburg typischen Größe.[3] Die in modernen Katalogen und Partiturverzeichnissen überlieferte Besetzung lautet:
- Holzbläser: 2 Oboen
- Blechbläser: 2 Hörner
- Streicher: Streicher (mit Continuo bzw. der nach zeitgenössischer Praxis üblichen Bassstütze implizit)
- Stimme: Tenor
Diese Instrumentation rückt K. 71 in die Klangwelt von Mozarts früher Salzburger Theatermusik: helle, im Freien gut tragende Holzbläser und Hörner stützen eine Gesangslinie, die auf klare Deklamation angelegt ist. Selbst in der fragmentarischen Überlieferung lässt die Seite einen jungen Komponisten erkennen, der bereits theatralisch denkt: Der Tenor setzt mit Musik ein, die auf Vorwärtsdrang und rhetorische Akzentuierung zielt, statt sich rein lyrisch auszubreiten – ein Vorausweis auf die sicherer gefassten italienischen Bühnenwerke, die Mozart bald ab 1770 und in den folgenden Jahren in Angriff nehmen sollte.
[1] IMSLP work page for “Ah, più tremar non voglio”, K. 71 — source notes, scoring summary, and Berlin autograph shelfmark as listed.
[2] Wikipedia: List of compositions by Wolfgang Amadeus Mozart — entry for K. 71 with dating (early 1770) and place (Salzburg).
[3] Digital Mozart Edition (Mozarteum): NMA table of contents for the fragments volume — listing for the aria fragment K. 71 with tempo indication.
[4] Italian Wikipedia entry noting the text’s connection to Metastasio’s “Demofoonte” and approximate dating.




