Adagio für Orgel in d-Moll (Fragment), K. 593a
von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Adagio in d-Moll (Fragment), K. 593a, ist ein kurzer erhaltener Notenbogen aus seinen späten Wiener Jahren (datiert 1790–91). In modernen Katalogen wird es oft mit der Orgel—genauer mit einer „mechanischen Orgel“—in Verbindung gebracht; welches Tasteninstrument Mozart ursprünglich im Sinn hatte, bleibt jedoch teilweise unklar. Die Notation bewahrt gleichwohl einen verdichteten Einblick in Mozarts späte Ausdruckssprache in einer düsteren Molltonart.
Was bekannt ist
Von dem Adagio in d-Moll ist nur ein Fragment erhalten: Der Köchel-Katalog beschreibt eine erhaltene autographe Partitur, die aus einem einzigen Blatt (einer beschriebenen Seite) besteht und ausdrücklich als unvollendetes Werk gekennzeichnet ist. Sie wird auf Wien, 1790–1791, datiert und steht damit in unmittelbarer Nähe zu Mozarts letzter Phase von Aufträgen für Tasteninstrumente und „mechanische Orgeln“. Die Internationale Stiftung Mozarteum führt das Werk als Adagio in d for a mechanical organ (fragment) und weist die Besetzung entsprechend aus, räumt jedoch in denselben Quellen auch seine Zirkulation unter „individual works for clavier … or a mechanical instrument“ ein—was erklärt, warum es in manchen modernen Verzeichnissen eher als allgemeine Tastenmusik denn als eindeutig für Kirchenorgel bestimmtes Stück behandelt wurde.[1]
Als am leichtesten zugänglicher moderner Zeuge gilt die Lesart der Neuen Mozart-Ausgabe (herausgegeben von Wolfgang Plath), die über IMSLP als Faksimile/Scan verfügbar ist; sie präsentiert das Fragment auf einer einzigen Seite und führt es ebenfalls unter K. 593a.[2]
Musikalischer Gehalt
Wie der Titel andeutet, ist die Musik als Adagio angelegt: eine langsame, gewichtige Äußerung in d-Moll. Selbst in ihrem unvollständigen Zustand deutet das Fragment eher auf eine ernste, harmonisch zielgerichtete Meditation als auf eine in sich geschlossene Miniatur hin—mit jener suchenden Moll-Rhetorik, die man aus Mozarts spätem, stärker introspektivem Tastenwerk kennt. Die schlichte Partiturnotation ist mit einer Aufführung auf der Orgel vereinbar (einschließlich der mechanischen Orgeln des späten 18. Jahrhunderts, für die Mozart Aufträge erhielt), doch ist das Fragment zu kurz, um über einen eröffnenden Abschnitt und dessen Fortführung hinaus eine vollständige formale Anlage zu erkennen.[1][2]
[1] International Mozarteum Foundation, Köchel-Verzeichnis entry for KV 593a (status, dating Vienna 1790–1791, autograph leaf, mechanical organ designation).
[2] IMSLP work page for Adagio in D minor, K.Anh.35/593a (includes NMA-based scan details and basic work metadata).