K. Anh.C 23.07

Violinsonate in A-Dur (K. Anh.C 23.07) — ein unechtes „Mozart“-Werk von Hermann Friedrich Raupach

av Wolfgang Amadeus Mozart

Posthumous portrait of Mozart by Barbara Krafft, 1819
Mozart, posthumous portrait by Barbara Krafft, 1819

Die Violinsonate in A-Dur (K. Anh.C 23.07) ist in der späteren Überlieferung unter Mozarts Namen erhalten, gilt heute jedoch als unecht und wird stattdessen Hermann Friedrich Raupach zugeschrieben [1] [2]. Entstehungszeit und -ort sind nicht zuverlässig überliefert; am sinnvollsten hört man das Stück als Sonate für Tasteninstrument und Violine aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die durch Abschriften und Rezeptionsgeschichte zufällig in den Mozart-Kreis geraten ist.

Hintergrund und Kontext

K. Anh.C 23.07 ist lange Zeit in Katalogen und Ausgaben als „Mozart“-Sonate im Umlauf gewesen (früher mit der Nummer K. 61), doch moderne Referenzverzeichnisse bezeichnen das Werk als unecht und schreiben es Hermann Friedrich Raupach zu [1] [2]. Die erhaltenen Zuschreibungswege erlauben keine verlässliche Einordnung in Mozarts Leben—weder in ein bestimmtes Alter noch an einen konkreten Ort; vielmehr gehört das Stück in den weiteren Markt der häuslichen Duo-Sonaten des 18. Jahrhunderts: Musik, die für das Musizieren zu Hause gedacht war, bei der das Tasteninstrument die führende Rolle übernimmt und die Violine Farbe, Dialog und Brillanz beisteuert.

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Musikalischer Charakter

In der Besetzung folgt das Stück der gängigen spätbarocken/frühklassischen Paarung Violine und Tasteninstrument (häufig als „Violinsonaten“ herausgegeben, obwohl das Tasteninstrument meist das thematische und harmonische Hauptgewicht trägt). Raupachs Op.-1-Sammlung von Violinsonaten—heute in modernem Faksimile und mit Stimmen verfügbar—ordnet diese A-Dur-Sonate in eine Werkgruppe ein, die klare periodische Melodik, einfache Begleitfigurationen und geradlinige Tonartenpläne bevorzugt, wie sie für versierte Amateure geeignet sind [3]. Im Vergleich mit Mozarts authentischen Sonaten für Violine und Tasteninstrument fehlt K. Anh.C 23.07 jene markante Gleichberechtigung im musikalischen Gespräch und die harmonische Quicksilbrigkeit, die Mozart in Bestform auszeichnen; sein Reiz liegt vielmehr in eleganter Oberflächengestaltung und idiomatischer Schreibweise, die erhellt, welcher Art Repertoire Mozart begegnete, das er kopierte, bearbeitete und—mitunter gezielt—in seine eigene frühe Instrumentalsprache aufnahm [2].

[1] IMSLP — List of Mozart compositions by genre (entry lists K. 61 = Anh.C 23.07 as spurious, by Hermann Friedrich Raupach)

[2] Wikipedia — Hermann Friedrich Raupach (notes the A-major piano-and-violin sonata misattributed to Mozart as K.61/Anh.C 23.07, and its attribution to Raupach)

[3] IMSLP — Raupach: 6 Violin Sonatas, Op. 1 (source for the Op.1 set context and availability)