K. Anh.A 35

Skizze zu einem Ballett, *Le gelosie del Seraglio* (K. Anh.A 35)

ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト作

Miniature portrait of Mozart, 1773
Mozart aged 17, miniature c. 1773 (attr. Knoller)

Mozarts Skizze zu einem Ballett „Le gelosie del Seraglio“ (K. Anh.A 35; auch als K. 135a anzutreffen) ist ein fragmentarischer Satz von Skizzenblättern aus der Zeit um 1772, überliefert aus seiner Salzburger–Mailänder Periode. Das Material ist weitgehend eine Bearbeitung (oder ein pasticcio) nach Musik von Josef Starzer und François Granier; entsprechend ist die Zuschreibung an Mozart zweifelhaft.

Was bekannt ist

Der Eintrag im Köchel-Verzeichnis beschreibt K. Anh.A 35 als ein pasticcio-Fragment in Verbindung mit einem Ballett mit dem Titel Le gelosie del Seraglio ("Eifersucht im Harem"), datiert auf etwa 1772 (Salzburg und Mailand), als Mozart sechzehn Jahre alt war.[1] In der Kommentierung der Digital Mozart Edition zur Mailänder Korrespondenz Leopold Mozarts (Ende 1772) wird das Ballett dem Umfeld von Lucio Silla zugeordnet; die Anmerkung ergänzt, die erhaltenen Stücke stammten „höchstwahrscheinlich“ von Joseph Starzer, und es sei zweifelhaft, dass Mozart überhaupt etwas davon komponiert habe – auch wenn Mozarts Handschrift bei der Überlieferung eine Rolle spielte.[2]

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Auch moderne Nachschlage-Zusammenfassungen behandeln die überlieferten Seiten vor allem als Bearbeitung von Starzer/Granier; lediglich ein einzelnes Trio wird gesondert als K. 665 geführt.[3]

Musikalischer Inhalt

Das Erhaltene erscheint nicht als durchgehende, vollständig instrumentierte Ballettpartitur, sondern als Gruppe kurzer Einsätze und Skizzen, für den Theatergebrauch zusammengestellt – Musik, die unmittelbar funktionieren sollte (Auftritte, Tänze, Übergänge), statt in der Weise von Mozarts Konzertwerken ausgearbeitet zu sein.[1] Dennoch sind die Blätter für Mozarts Entwicklung im Jahr 1772 aufschlussreich: Sie bringen ihn in direkten Kontakt mit zeitgenössischen Bühnenidiomen und mit dem praktischen Handwerk, bereits vorhandene Nummern anzupassen – Fähigkeiten, die bald zentral für seine Arbeit in der Oper und anderen theaterbezogenen Gattungen werden sollten.[2]

[1] Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg, Köchel-Verzeichnis entry: KV Anh. A 35 – Le gelosie del serraglio (Pasticcio, Fragment).

[2] Digital Mozart Edition: Leopold Mozart to his wife (Milan), with editorial note discussing *Le gelosie del seraglio* and probable authorship (Starzer; doubtful Mozart contribution).

[3] Wikipedia: Köchel catalogue table entry noting *Le gelosie del Seraglio* sketch/arrangement (Starzer/Granier) and the identification of one trio as K. 665.