Sinfonie in G-Dur, „Alte Lambach“ (K. 45a)
볼프강 아마데우스 모차르트 작

Mozarts Sinfonie in G-Dur (K. 45a), mit dem Beinamen „Alte Lambach“, zählt zu jener erstaunlich souveränen Gruppe von Sinfonien, die er mit zehn Jahren während des Familienaufenthalts in den Niederlanden schrieb. Entstanden Anfang 1766 in Den Haag, verbindet sie ein unprätentiöses frühklassisches Orchester mit einem selbstbewusst-zeremoniellen Kopfsatz und einem flinken Finale, das bereits in theatralischen Gesten denkt.
Mozarts Lebensumstände
1766 war Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) zehn Jahre alt und lebte noch das unstete Leben von Europas gefeiertstem Wunderkind. Die Sinfonie in G-Dur, K. 45a geht auf den längeren Aufenthalt der Mozarts in der Republik der Vereinigten Niederlande zurück – mit Den Haag als Zentrum – während der Schlussphase ihrer „Großen Reise“ durch Westeuropa (1763–1766), einer Zeit, in der Mozart regionale Orchesterstile in verblüffendem Tempo aufnahm.[1]
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Auch wenn die „Alte Lambach“ nicht zu jenen wenigen frühen Mozart-Sinfonien gehört, die heute regelmäßig im Konzertleben präsent sind, verdient sie als lebendiges Momentbild Beachtung: Hier lernt Mozart, für öffentliche, zeremonielle Räume zu schreiben – mit markanten rhythmischen Signalen, klarer Tonartenregie und einer hellen Klangpalette, die aus begrenzten Mitteln das Maximum herausholt. In ihren besten Augenblicken klingt diese Musik nicht wie eine Übung, sondern wie das Werk eines jungen Komponisten, der bereits ein Publikum vor Augen hat.
Entstehung und Manuskript
Die Internationale Stiftung Mozarteum datiert die erste Fassung von K. 45a auf Den Haag, Januar–März 1766, und stuft ihre Echtheit als „verified“ ein.[1] Der Beiname „Alte Lambach“ („Old Lambach“) verweist auf die Verbindung des Werks mit Handschriftenquellen, die mit dem Stift Lambach in Oberösterreich in Zusammenhang stehen – einer wichtigen Station in der späteren Geschichte und Überlieferung mehrerer früher G-Dur-Sinfonien aus dem Mozart-Umfeld.[2]
Besonders aufschlussreich ist eine erhaltene Titel-/Überschriftenangabe einer Abschrift von 1766, die sowohl Ort als auch Besetzung nennt – „à la Haye 1766“ und „à 2 Violini/ 2 Hautbois/ 2 Corni/ Viola/ et Basso“ – ein knapper Hinweis darauf, dass diese frühen Sinfonien für praktische, flexible Ensembles geschrieben wurden und nicht für das später standardisierte „Sinfonieorchester“.[1]
Instrumentierung (wie in der ersten Fassung überliefert):[3]
- Bläser: 2 Oboen
- Blech: 2 Hörner
- Streicher: Violinen I & II, Viola
- Bass: Violoncello & Kontrabass (basso)
Musikalischer Charakter
K. 45a ist dreisätzig angelegt, nach dem im 18. Jahrhundert verbreiteten schnell–langsam–schnell-Plan, der noch eng an die Tradition der italienischen Opernouvertüre (sinfonia) anschließt.[2]
- I. Allegro maestoso (G-Dur)
- II. Andante (C-Dur)
- III. Molto allegro (G-Dur) — eine spätere Fassung kursiert mit der Bezeichnung Presto.[2]
Der maestoso-Charakter des ersten Satzes ist nicht nur eine Tempovorschrift, sondern auch eine soziale Markierung: Er signalisiert eine zeremonielle, nach außen gerichtete Rhetorik – feste Tonika-Setzungen, leuchtende Hornfarben und eine klare, symmetrische Phrasenbildung. Über das Pflichthafte hinaus hebt den Satz Mozarts Gespür für „Bühnentiming“: Einsätze und Kadenzen kommen mit einer Sicherheit, die ahnen lässt, dass er bereits wie ein Opernkomponist denkt – selbst dort, wo er „abstrakte“ Orchestermusik schreibt.
Das mittlere Andante (in der Subdominante C-Dur) bietet eher einen sanften Kontrast als tiefe Innenschau. Doch auch hier zeigt die Faktur ein Instinkt für Klarheit: Die Textur bleibt meist durchsichtig, sodass melodische Einfälle sprechen können, ohne jenes dichte kontrapunktische Gewebe, das später zu Mozarts wichtigeren Mitteln zählen sollte. Gerade darin liegt für Hörerinnen und Hörer, die an Mozarts Entwicklung interessiert sind, der Reiz – diese Musik zeigt einen jungen Komponisten, der Balance, Dramaturgie und die Kunst beherrscht, aus bescheidenen Materialien etwas Unausweichliches zu machen.
Das Finale, mit Molto allegro überschrieben, ist der unmittelbar fesselndste Satz des Werks: knapp, energiegeladen und ganz auf Vorwärtsdrang angelegt. Im Kontext von Mozarts Jugendwerken fällt K. 45a weniger durch harmonische Kühnheit auf als durch ein trittsicheres Verständnis orchestraler „Konversation“ – Bläser und Hörner akzentuieren die von den Streichern getragene Bewegung, und die Kadenzziele sind so prägnant gesetzt, dass sie auch über größere Distanz klar lesbar bleiben. Kurz: Die „Alte Lambach“ ist nicht deshalb wertvoll, weil sie die Jupiter-Sinfonie vorwegnimmt, sondern weil sie zeigt, wie Mozart mit zehn Jahren sinfonische Musik bereits als etwas schreibt, das im Moment überzeugen und erfreuen soll.[1]
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[1] International Mozarteum Foundation, Köchel Catalogue entry for K. 45a (dating The Hague, 01–03.1766; authenticity; transmission; manuscript title/heading excerpt).
[2] IMSLP work page for Symphony in G major, K.Anh.221/45a (“Alte/Old Lambach”) with movement list, versions, and basic scoring overview.
[3] International Mozarteum Foundation, instrumentation detail page for K. 45a/01 (oboes, horns, strings, basso).








