K. 493a

Satz zu einem Klavierquartett in Es-Dur (ursprĂŒngliches Finale zu K. 493), K. 493a

par Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Mozarts Satz zu einem Klavierquartett in Es-Dur (K. 493a) ist ein authentisches, aber unvollendetes Fragment, das offenbar zwischen April und Juni 1786 in Wien entstand, als der Komponist 30 Jahre alt war. Überliefert als Autografpartitur auf einem einzelnen Blatt, scheint es einen aufgegebenen Versuch darzustellen, das Finale des Klavierquartetts in Es, K. 493 zu entwerfen.

Hintergrund und Kontext

Im Wien des FrĂŒhjahrs 1786 befand sich Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) auf dem Höhepunkt seiner kammermusikalischen SouverĂ€nitĂ€t und schrieb fĂŒr das neue, quasi konzertante Medium: Klavier mit Streichtrio. Der erhaltene Quartettsatz in Es (K. 493a) wird im Werkverzeichnis des Mozarteums auf April–Juni 1786 datiert und ist ausdrĂŒcklich fĂŒr Klavier, Violine, Viola und Violoncello instrumentiert – also genau fĂŒr die Besetzung des vollendeten Klavierquartetts in Es, K. 493.[1]

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Was davon ĂŒbrig ist, ist kurz: eine Autografpartitur von nur einem Blatt (zwei beschriebenen Seiten). Die Neue Mozart-Ausgabe fĂŒhrt das StĂŒck im Anhang als „ursprĂŒnglichen Entwurf zum letzten Satz“ von K. 493 und unterstreicht damit seine Funktion als verworfenes Finale, nicht als eigenstĂ€ndiges, im Umlauf befindliches Werk.[2]

Musikalischer Charakter

Da K. 493a nur als Fragment ĂŒberliefert ist, lĂ€sst sich sein Gesamtdesign nur erschließen. Dennoch deutet es selbst in dieser Miniatur an, dass Mozart an ein „Finale“ dachte: Die Textur wird von einer geschĂ€ftigen, prĂ€gnant artikulierten Klavierstimme gefĂŒhrt, wĂ€hrend die Streicher Antworten, Verdopplungen und jenes dialogische Kontrapunktieren beisteuern, das fĂŒr seinen reifen Wiener Klavierkammerstil typisch ist. Vor dem Hintergrund des gedruckten Allegretto-Finales von K. 493 wirkt K. 493a wie eine Werkstatt-Alternative – ein Versuch, Bewegung und Schlusswirkung in derselben leuchtenden Es-Dur-Klangwelt zu erzielen, der jedoch liegen blieb, bevor Mozart sich auf den Satz festlegte, den wir heute kennen.[1]

[1] Internationale Stiftung Mozarteum, KV Online — work entry for K. 493a (dating, key, instrumentation, source description).

[2] Digital Mozart Edition (DME) / Neue Mozart-Ausgabe — table of contents for NMA VIII/22/1 showing K. 493a as “Original draft for the last movement of K. 493” (appendix).