K. 446

Musik zu einer Pantomime in D-Dur (Fragment), K. 446

di Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Mozarts Musik zu einer Pantomime in D-Dur (K. 446), 1783 in Wien entstanden, gewĂ€hrt einen seltenen, erhaltenen Einblick in seine Arbeit fĂŒr populĂ€re BĂŒhnenunterhaltung. Das Überlieferte ist bruchstĂŒckhaft – genug, um ein lebhaftes commedia-dell’arte-Szenario zu erahnen, aber keine vollstĂ€ndige Partitur.

Was bekannt ist

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) komponierte diese Musik zu einer Pantomime in D-Dur (K. 446) 1783 in Wien, im Alter von 27 Jahren. Das erhaltene Quellenmaterial ist Ă€ußerst gering: RISM berichtet, dass von der ursprĂŒnglichen Besetzung (mindestens ein Streichquartett) nur eine Stimme der ersten Violine in der Staatsbibliothek zu Berlin ĂŒberliefert ist – mit beschreibenden Regiehinweisen in der Stimme, etwa „Pantalon und Colombine zanken sich“ („Pantalon and Columbine quarrel“), die auf eine commedia-dell’arte-Pantomime verweisen. [1]

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Da die Musik als Fragment und nicht als vollstĂ€ndiger auffĂŒhrbarer Text erhalten ist, bieten spĂ€tere Ausgaben zwangslĂ€ufig eine rekonstruierte „vollstĂ€ndige Partitur“, die aus dem ĂŒberlieferten Material abgeleitet wird. Moderne Bezugspunkte (darunter der Band der Neuen Mozart-Ausgabe zu Pantomimen und Balletten, ĂŒber IMSLP zugĂ€nglich) fĂŒhren K. 446 als unvollstĂ€ndige BĂŒhnenmusik fĂŒr Streicher und ordnen das Erhaltene in fĂŒnf ĂŒberlieferte Abschnitte. [2]

Musikalischer Gehalt

Was sich mit Sicherheit sagen lĂ€sst, beginnt bei der Textur: Die von RISM hervorgehobene AutographenĂŒberlieferung betont eine einzige erhaltene Oberstimmenlinie, was auf Musik hindeutet, die in funktionalen, dem Szenenverlauf folgenden Abschnitten gedacht war – nicht als in sich geschlossenes KonzertstĂŒck. [1] Selbst in dieser reduzierten Form deuten Überschriften und Anmerkungen auf scharf konturierte dramatische Momente (Streitereien, Auftritte, rasche Wendungen der Handlung) hin, wie sie fĂŒr die Pantomime typisch sind, in der ein klares rhythmisches Profil und unmittelbare melodische „Lesbarkeit“ dem Publikum helfen wĂŒrden, der Handlung ohne Worte zu folgen.

Die Erfassung des Werks bei IMSLP als fĂŒnf unvollstĂ€ndige Abschnitte fĂŒr Streicher verstĂ€rkt den Eindruck einer mehrteiligen BĂŒhnenfolge – kurzer StĂŒcke, die dazu dienen, das BĂŒhnengeschehen zu gliedern – und nicht einer autonomen Suite. [2]

[1] RISM (RĂ©pertoire International des Sources Musicales) blog post describing the surviving autograph material for KV 446 and its Berlin holding, including commedia dell’arte annotations.

[2] IMSLP work page for Musik zu einer Pantomime, K.446/416d, summarizing date, incompleteness, five sections, and linking to the Neue Mozart-Ausgabe score scan.