K. 408,02

Marsch in D-Dur, K. 408,02

von Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)

Mozarts Marsch in D-Dur (K. 408,02) ist ein kompakter Orchester-Marsch im zeremoniellen Stil, komponiert in Wien in den Jahren 1782–83, wĂ€hrend des ersten vollen Jahres seines freien KĂŒnstlerlebens in der kaiserlichen Residenz.[1] FĂŒr eine strahlende, festliche „D-Dur“-Besetzung mit Trompeten und Pauken instrumentiert, gehört das Werk zur praktischen, nach außen gerichteten Seite seines Wiener Schaffens – Musik, die nĂŒtzlich sein sollte, unmittelbar verstĂ€ndlich und im öffentlichen Raum leicht zu tragen.[1]

Hintergrund und Kontext

1782 war Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) 26 Jahre alt und frisch in Wien etabliert; er schrieb in hohem Tempo fĂŒr das Theater, fĂŒr das Tasteninstrument und fĂŒr einen dichten gesellschaftlichen Kalender, der neben grĂ¶ĂŸeren „Prestige“-Werken auch kurze funktionale StĂŒcke verlangte.[1] Das Autograf zu K. 408,02 ist erhalten, und der Katalog des Mozarteums datiert den Marsch auf Wien, 1782–83.[1] Er erscheint als mittleres StĂŒck innerhalb der Gruppe Drei MĂ€rsche fĂŒr Orchester (K. 408,01–03), einer Sammlung, die allgemein in das Jahr 1782 gesetzt wird.[2]

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Musikalischer Charakter

K. 408,02 ist auf zeremonielle Klarheit hin angelegt, nicht auf symphonische Argumentation. Die Besetzung – HolzblĂ€ser: 2 Oboen, 2 Fagotte; BlechblĂ€ser: 2 Hörner, 2 Trompeten; Schlagwerk: Pauken; Streicher: Violinen I & II, Bratschen, Bass – signalisiert unmittelbar eine Funktion im Freien oder im Zug, wobei Trompeten und Trommeln die Kadenzen und den rhythmischen Nachdruck verstĂ€rken.[1] Entsprechend direkt ist die musikalische Sprache: eine robuste Tonika–Dominante-Rhetorik in D-Dur, quadratische Perioden und ein Satz, der zwischen Tutti-Proklamationen und leichteren, holzblĂ€sergefĂ€rbten Antworten wechselt.

Hörerinnen und Hörer, die Mozarts opernhaften Witz gewohnt sind, erkennen dennoch die sichere Hand: saubere StimmfĂŒhrung in den Innenstimmen, federnde Bassbewegung und ein ausgeprĂ€gtes GespĂŒr fĂŒr Dramaturgie – dafĂŒr, wie ein kurzes StĂŒck „sprechen“ kann, ohne zu verweilen. Wie viele MĂ€rsche des 18. Jahrhunderts dĂŒrfte er im Gehen besonders wirkungsvoll gewesen sein; im Mittelpunkt stehen Artikulation, rhythmische Geschlossenheit und klangliche Brillanz, nicht thematische Entwicklung.

Stellung im Werkverzeichnis

Als Teil der 1782 entstandenen Gruppe K. 408,01–03 steht der Marsch in D-Dur nahe bei Mozarts rascher Festigung eines Wiener öffentlichen Stils: festlich, ausgewogen und auf die verfĂŒgbaren Orchesterfarben zugeschnitten.[2] Seine D-Dur-FĂ€rbung mit „Trompeten und Pauken“ verbindet ihn zudem mit jener zeremoniellen Klangwelt, die Mozart bei Bedarf in die anspruchsvollere Sprache von Serenaden und BĂŒhnenwerken ausweiten konnte.[1]

[1] Mozarteum Köchel-Verzeichnis entry for KV 408,02 (dating, authenticity status, sources/transmission, and instrumentation).

[2] Mozarteum Köchel-Verzeichnis entry for KV 408,01–03 “Three marches for orchestra” (grouping and general dating).