„Laßt uns mit geschlungnen Händen“ (K. 623a) in C-Dur — zweifelhafter Schlusschor zu K. 623
av Wolfgang Amadeus Mozart

„Laßt uns mit geschlungnen Händen“ (K. 623a) ist ein kurzes deutsches Freimaurerlied in C-Dur, das 1792 in Wien als eingebundener Anhang zur ersten gedruckten Ausgabe von Mozarts Freimaurer-Kantate K. 623 überliefert ist. Obwohl das Stück lange mit Mozarts letztem Lebensjahr (1791, Wien) in Verbindung gebracht wurde, ist die Zuschreibung umstritten; die Neue Mozart-Ausgabe behandelt es als Werk zweifelhafter Echtheit.
Hintergrund und Kontext
Im Jahr 1791 befand sich Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in Wien auf dem Höhepunkt seines Spätstils und schrieb unter anderem die Freimaurer-Kantate Laut verkünde unsre Freude, K. 623, zur Einweihung eines neuen Logentempels am 17. November 1791. Das Lied „Laßt uns mit geschlungnen Händen“ (K. 623a) wurde häufig mit diesem Anlass verknüpft – als ein vorgesehenes „Schlussstück“. Die früheste nachweisbare Quelle ist jedoch weder ein Aufführungsdokument noch ein Autograph, sondern die postume Erstausgabe von K. 623, die 1792 in Wien bei Joseph Hraschanzky erschien und in einigen Exemplaren um K. 623a als eingebundenen Zusatz erweitert wurde. In Mozarts Autograph von K. 623 ist es nicht enthalten und auch in seinem eigenen Werkverzeichnis wurde es nicht eingetragen – Umstände, die das Stück am Rand des gesichert dokumentierten späten Mozart belassen. [1]
Musikalischer Charakter
Überliefert ist eine knappe, strophische, hymnische Vertonung in C-Dur für Solostimme, Männerchor und Tasteninstrument (clavier) – ein typisches, unkompliziertes Logenrepertoire, das eher auf gemeinsames Singen als auf virtuose Wirkung zielt. [2] Der Text beschwört brüderliche Eintracht und moralische Erhebung – „geschlungne Hände“, Freundschaft, Wahrheit und Tugend – und entspricht damit der ethischen Rhetorik, wie sie für die Freimaurerliedkultur des späten 18. Jahrhunderts typisch ist. 3(https://imslp.org/wiki/Bundeslied%2C_K.623a_%28Mozart%2C_Wolfgang_Amadeus%29
Stilistisch kann die öffentliche, akkordische Direktheit der Musik mit Mozarts spätem zeremoniellen Tonfall vereinbar wirken; doch die editorische Kommentierung der Neuen Mozart-Ausgabe hält Zweifel an Mozarts Urheberschaft für „vollauf gerechtfertigt“. Als alternative Zuschreibungen (unter anderem an Johann Anton Holzer) wurden Vorschläge gemacht, jedoch ohne schlüssigen dokumentarischen Beleg. [1]
[1] New Mozart Edition (NMA), Series X/29/3: Works of Dubious Authenticity — editorial discussion of sources and authenticity for KV 623a, including the 1792 Hraschanzky print and the absence from Mozart’s autograph/catalogue.
[2] Köchel Verzeichnis (Mozarteum) work entry for KV 623a (“Zum Schluss der Loge” / “Lasst uns mit geschlungnen Händen”) — scoring and classification as work of doubtful authenticity.
[3] IMSLP work page for “Bundeslied, K. 623a” (alternate title “Lasst uns mit geschlungnen Händen”) — basic catalog data, scoring, and German text as transmitted in editions.