K. 63

Kassation in G

by Wolfgang Amadeus Mozart

Kassation in G
School of Verona, attributed to Giambettino Cignaroli (Salo, Verona 1706-1770), Portrait of Wolfgang Amadeus Mozart at the age of 13 in Verona, 1770.

Entstehung & Kontext

Die Kassation in G-Dur, K. 63 (mitunter auch als Kassation Nr. 1 bezeichnet) wurde von Wolfgang Amadeus Mozart um den Sommer 1769 in Salzburg komponiert, als der Komponist dreizehn Jahre alt war. Das Werk war wohl fĂŒr eine „Finalmusik“ bestimmt – eine festliche Freiluftzeremonie, die den Abschluss des akademischen Jahres fĂŒr Studenten der Logik oder Physik an der UniversitĂ€t Salzburg markierte. Als Teil von Mozarts frĂŒhem Orchesterwerk gehört es zu seiner Reihe von Kassationen und Serenaden fĂŒr die sommerlichen GesellschaftsanlĂ€sse in Salzburg.

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Besetzung & Was ist eine Kassation?

Die Kassation ist besetzt mit zwei Oboen, zwei Hörnern, sowie dem Streicherapparat (Erste Violinen, Zweite Violinen, Bratschen, Violoncelli/KontrabĂ€sse). Auf Trompeten und Pauken wird verzichtet, was im Vergleich zu Mozarts spĂ€teren festlichen Sinfonien zu einer leichteren Klangfarbe fĂŒhrt.
Der Begriff Kassation (auch „cassatio“ oder „cassazione“ geschrieben) bezeichnet ein Instrumentalgenre, das in den sĂŒddeutsch- und österreichischsprachigen LĂ€ndern in der Mitte bis zum spĂ€ten 18. Jahrhundert verbreitet war. Es ist der Serenade bzw. dem Divertimento eng verwandt – typischerweise fĂŒr AuffĂŒhrungen im Freien bestimmt, hĂ€ufig mehrsĂ€tzig und fĂŒr gesellschaftliche oder zeremonielle Funktionen gedacht, nicht primĂ€r fĂŒr die reine Konzertsaal-PrĂ€sentation.

Form & musikalischer Charakter

Das Werk umfasst sieben SĂ€tze:

Marsch (G-Dur)

Allegro (G-Dur)

Andante (C-Dur, nur Streicher, gedÀmpfte Violinen/Pizzicato-Bass)

Menuett (G-Dur) – Trio (g-Moll, nur Streicher)

Adagio (D-Dur, nur Streicher, gedÀmpft)

Menuett (G-Dur) – Trio (C-Dur, nur Streicher)

Finale: Allegro assai (G-Dur, „Jagd-Rhythmus“ im 6/8-Takt)

Der einleitende Marsch liefert ein zeremonielles Vorspiel, geeignet fĂŒr eine Prozession oder eine Darbietung im Freien. Der Wechsel zwischen groß besetzten und rein streicherbesetzten SĂ€tzen erzeugt Kontrast: Andante und Adagio zeigen zarte Texturen und gedĂ€mpfte Streicher, wĂ€hrend die Menuette und das Finale festlichen Schwung bringen. Der Jagd-Rhythmus-Charakter des Finales und sein lebhafter, rondoartiger Zuschnitt spiegeln die freiluftige, feierliche Natur des Genres. Zudem setzt Mozart kanonische Techniken (vor allem im ersten Menuett) und solistische Erste-Geige-Partien (im Adagio) ein, die auf seine wachsende orchestrale Raffinesse hinweisen.

Rezeption & Nachwirkung

Zwar zĂ€hlt die Kassation in G-Dur, K. 63 nicht zu den Konzertsaal-StĂŒcken aus Mozarts spĂ€teren Sinfonien, dennoch ist sie fĂŒr Wissenschaftler und AusfĂŒhrende, die seinen frĂŒhen Orchesterstil studieren, von Wert. Autograph und frĂŒhe Überlieferungen sind erhalten (Notenausgaben sind ĂŒber IMSLP verfĂŒgbar). Moderne Editionen, etwa die Neue Mozart-Ausgabe (NMA IV/12/1), fĂŒhren K. 63 unter Mozarts Kassationen, Serenaden und Divertimenti. Interpreten und Historiker heben das Werk als Fenster in Salzburgs musikgesellschaftliches Umfeld und in Mozarts jugendliche Meisterschaft der Orchesterfarbe und Struktur hervor. Die Mischung aus zeremoniellen, prozessionalen, festlichen und intimen SĂ€tzen spiegelt die doppelte Natur dieser Werke wider: sowohl Hintergrundmusik fĂŒr gesellschaftliche AnlĂ€sse als auch Schauplatz der sich entwickelnden kompositorischen Kunst. Moderne Einspielungen – wenn auch weniger zahlreich als bei den Hauptsinfonien – halten K. 63 als Teil des Korpus von Mozarts frĂŒhem Orchester-Schaffen lebendig.

Quellen

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