Mozarts verlorenes deutsches Opernprojekt: *Der Diener zweier Herren* (K. 416a)
von Wolfgang Amadeus Mozart

Der Diener zweier Herren (K. 416a) ist ein verlorenes – oder genauer: nie realisiertes – deutsches Singspiel-Projekt, das Mozart Anfang 1783 in Wien zu planen begann. Entworfen, als er 27 war, spiegelt es seinen anhaltenden Ehrgeiz wider, nach dem Erfolg von Die Entführung aus dem Serail weiterhin für die deutsche Bühne zu schreiben.
Was bekannt ist
Mozarts einzige eindeutige zeitgenössische Bezugnahme auf Der Diener zweier Herren (K. 416a) findet sich in einem Brief, den er am 5. Februar 1783 in Wien an seinen Vater Leopold schrieb. Dort erklärt er, er sei „jetzt an einer deutschen Oper“ für sich selbst, und er habe Carlo Goldonis Komödie Il servitore di due padroni als Grundlage gewählt; hinzugefügt wird, der erste Akt sei bereits vollständig übersetzt worden, von „Baron Binder“ (in der Edition identifiziert als Johann Nepomuk Friedrich, Freiherr Binder von Krieglstein). Im selben Hinweis ist der redaktionelle Kommentar jedoch unmissverständlich: „Mozart hat die Musik nie vollendet.“ [1]
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Der Köchel-Katalogeintrag der Internationalen Stiftung Mozarteum datiert das Projekt auf Wien, Januar–Februar 1783, und stuft es als authentisches, aber verlorenes, unvollendetes Werk ein („Überlieferung: verloren“). Es ist keine autographe Partitur bekannt, und aus den erhaltenen Quellen lässt sich nichts rekonstruieren, was sich als kohärente Folge von Nummern für die Bühne zuverlässig zusammenfügen ließe. [2]
Gleichwohl zeigt der Brief vom Februar 1783, dass Mozart pragmatisch und theaterbezogen denkt: Er wählt eine bewährte komische Handlung, arbeitet mit einem adligen Übersetzer zusammen und (bezeichnenderweise) rahmt das Unternehmen als deutsche Oper „für mich“ – was auf ein Projekt hindeutet, das auf seinen eigenen Kreis und auf die Möglichkeiten in Wiens deutschsprachiger Theaterszene zugeschnitten war. [1]
Musikalischer Inhalt
Keine Musik, die sich mit Sicherheit als Teil von K. 416a identifizieren ließe, ist erhalten. Die dokumentarische Überlieferung stützt allenfalls die Annahme eines beabsichtigten Singspiels (gesprochener Dialog mit musikalischen Nummern) und einer gewählten dramatischen Vorlage; sie bewahrt jedoch weder Seiten aus der Partitur noch eine Rollenliste oder auch nur ein einziges musikalisches Fragment, das sich eindeutig zuweisen ließe. [2]
[1] Mozart to Leopold Mozart, Vienna, 5 February 1783 (English transcription and editorial notes; mentions Goldoni play, translator Baron Binder; note that Mozart never finished the music).
[2] Internationale Stiftung Mozarteum (Köchel Verzeichnis), KV 416a: dating (Vienna, Jan–Feb 1783), status (uncompleted), and transmission (lost).




