Instrumentalsatz (Andante) in Es-Dur, K. 384B
di Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Instrumentalsatz (K. 384B) ist ein kurzes, erhaltenes Andante in Es-Dur aus Wien (1782), das nur als Fragment ĂŒberliefert ist. FĂŒr ein achtstimmiges BlĂ€serensemble gesetzt, gewĂ€hrt es einen Blick auf die Wiener BlĂ€sersatzkunst des 26-jĂ€hrigen Komponisten â im Miniaturformat, aber mit der fĂŒr ihn typischen, souverĂ€n gefĂŒhrten StimmfĂŒhrung.
Hintergrund und Kontext
1782 hatte sich Wolfgang Amadeus Mozart (1756â1791) gerade in Wien etabliert und musste öffentliche Ambitionen mit einer anspruchsvollen Arbeitsbelastung in Einklang bringen, die in jenem Sommer in der Premiere von Die EntfĂŒhrung aus dem Serail (K. 384) im Burgtheater gipfelte. Vor diesem Hintergrund hat sich K. 384B als isolierter orchestraler (blĂ€serischer) Satz erhalten: ein kurzes Andante, dessen ĂŒberlieferter Notentext schon nach wenigen Systemen abbricht â was eher auf einen aufgegebenen Entwurf als auf ein eigenstĂ€ndiges KonzertstĂŒck hindeutet.[1]
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Eine praktische editorische Vorsicht ist angebracht: Dieses Werk ist K. 384B (groĂes âBâ) in Es-Dur und darf nicht mit dem Ă€hnlich nummerierten K. 384b (kleines âbâ) verwechselt werden, einem separaten BlĂ€sermarsch in B-Dur.[2]
Musikalischer Charakter
Sicher beschreiben lĂ€sst sich, was auf dem Papier tatsĂ€chlich erhalten ist: ein einzelnes *Andante*-Fragment von 18 Takten in Es-Dur, komponiert fĂŒr 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte und 2 Hörner â die klassische achtstimmige Harmonie-Besetzung, die Mozart in spĂ€teren Wiener Werken weit ausgreifender nutzen sollte.[1]
In diesem gedrĂ€ngten Ausschnitt liegt das Interesse vor allem in der Besetzung selbst: Die gedoppelten hohen HolzblĂ€ser (Oboen/Klarinetten) und die paarigen Fagotte erlauben Mozart, in chorartigen Klangblöcken zu denken â oben Melodie und Gegenmelodie, in der Mitte harmonische âFĂŒllstimmenâ und darunter eine federnde Basslinie â, wĂ€hrend die Hörner die Harmonie so stabilisieren, dass die Anlage selbst dort symphonisch wirkt, wo der musikalische Gedanke unvollendet bleibt.[1]
Stellung im Werkverzeichnis
K. 384B steht in der NĂ€he von Mozarts ersten groĂen Wiener Erfolgen und zugleich seines wachsenden Interesses an BlĂ€serfarben; als Fragment hört man es am besten als kleines Fenster in den Harmonie-Stil, den er zu Beginn der 1780er Jahre verfeinerte, und nicht als fehlenden Satz einer ânummerierten Symphonieâ.[1]
[1] IMSLP work page: Andante in E-flat major, K. 384B â instrumentation and extent (fragment of 18 bars), composition year (1782), NMA reference.
[2] Köchel-Verzeichnis (Mozarteum) entry for K. 384b (lowercase b): March in B-flat for wind ensemble Ă 8 â used here only to prevent confusion with K. 384B.




