Violinsonate Nr. 26 in B♭-Dur, K. 378
ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト作

Mozarts Violinsonate in B♭-Dur, K. 378 wurde 1779 in Salzburg vollendet, als er 23 Jahre alt war, und zählt zu den souveränsten seiner späten Salzburger Sonaten für Tasteninstrument und Violine.[1] Weit entfernt von einem „Violinstück mit Begleitung“ ist sie ein echtes Duo, dessen melodische Anmut und rhythmischer Witz die gesprächsartige Gleichberechtigung von Mozarts reifer Kammermusik bereits vorwegnehmen.[2])
Hintergrund und Kontext
1779 war Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) nach den ehrgeizigen, aber frustrierenden Reisen, die ihn nach Mannheim und Paris geführt hatten, wieder in Salzburg. Er nahm eine Hofstelle unter Fürsterzbischof Colloredo an – eine sichere Anstellung, aber nicht die künstlerische Freiheit, nach der er sich sehnte. Die Sonate für Violine und Tasteninstrument erwies sich in dieser Situation als ideales Medium: Sie konnte dem kultivierten häuslichen Musizieren dienen und zugleich erlauben, größere formale Ideen in einem kompakten, gut vermarktbaren Genre zu erproben.
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K. 378 gehört zu der eng zusammenhängenden Gruppe der späten 1770er-Sonaten (etwa K. 376–380), in denen Mozart das Genre entschieden von begleiteter Tastenmusik zu einem echten kammermusikalischen Dialog aufwertet. Schon die Bezeichnung in modernen Katalogen – „Sonate in B♭ für Klavier und Violine“ – spiegelt die zeitgenössische Realität wider: Der Tastenpart ist nicht bloß stützend, sondern strukturell entscheidend.[1]
Entstehung und Widmung
Der Köchel-Katalogeintrag der Internationalen Stiftung Mozarteum datiert das Werk auf Salzburg 1779 und führt es als authentische, erhaltene, vollendete Komposition.[1] Wie mehrere Sonaten aus diesem Umkreis erschien es später 1781 im Druck als Teil der Ausgabe, die als Op. 2 herauskam (dort als Nr. 4), ein wichtiges Zeichen dafür, dass Mozart (und seine Verleger) in diesen „Klavier-und-Violine“-Duos auch über Salzburg hinaus kommerzielles Potenzial sahen.[2])
Die Besetzung entspricht dem Standard-Duo:
- Streicher: Violine
- Tasteninstrument: Fortepiano (oder in zeitgenössischer Praxis Cembalo)
Was K. 378 innerhalb seines Genres auszeichnet, ist nicht eine neuartige Besetzung, sondern die Verteilung der Erfindung: Der Klaviersatz ist weit ausgreifend und in seiner Wirkung orchestral, während die Violine als gleichberechtigte Partnerin behandelt wird – mal mitgehend, mal antwortend und in entscheidenden Momenten im melodischen Rampenlicht.
Form und musikalischer Charakter
Mozart gestaltet die Sonate in drei Sätzen:[2])
- I. Allegro moderato (B♭-Dur)
- II. Andantino sostenuto e cantabile (E♭-Dur)
- III. Rondo. Allegro (B♭-Dur)
I. Allegro moderato
Der Kopfsatz ist als weit angelegte Sonatenhauptsatzform konzipiert; der erste Eindruck ist lyrische Ungezwungenheit – doch die handwerkliche Ausarbeitung ist alles andere als beiläufig. Mozarts Themen sind so gebaut, dass man mit ihnen arbeiten kann: kleine rhythmische und intervallische Zellen tauchen auf, werden neu kombiniert und erscheinen in Übergängen wieder, sodass selbst scheinbar „zwischendurch“ eingefügtes Passagenwerk motiviert wirkt und nicht nur verbindend. Besonders aufschlussreich ist, wie häufig die Violine am musikalischen Argument beteiligt ist, statt es bloß zu verzieren: Oft liest sich die Textur wie zwei Protagonisten in höflicher, aber lebhafter Debatte.
II. Andantino sostenuto e cantabile
In E♭-Dur (der Dominanttonart) schreibt Mozart einen jener langsamen Sätze, in denen die Bezeichnung cantabile nicht eine allgemeine Spielanweisung, sondern ein ästhetischer Anspruch ist. Die Melodie verrät vokales Denken – eine opernhafte Linie in kammermusikalische Proportionen übersetzt –, während die Begleitfiguren sanfte Reibung und Entspannung erzeugen. Der Satz erinnert auch daran, warum die Sonate heute Aufmerksamkeit verdient: Mozart erreicht konzentrierte, theatralische Ausdruckskraft ohne Bühne, Text oder Orchester – allein durch das gesprächsartige Timing zwischen Violine und Tasteninstrument.
III. Rondo. Allegro
Das Finale ist ein beschwingtes Rondo, dessen Refrain mit lächelnder Unvermeidlichkeit wiederkehrt, jedoch nie als bloße Wiederholung. Die Couplets halten das Ohr durch schnelle Wechsel von Lage, Textur und rhetorischem „Beiseitesprechen“ wach, und beide Instrumente tauschen ihre Rollen mit einer Gewandtheit, die eher nach Ensemble-Kammermusik als nach einem Solisten-mit-Begleitung-Modell wirkt. Es ist witzige Musik – witzig im klassischen Sinn von schneller Intelligenz, nicht von oberflächlichem Glitzern.
Rezeption und Nachwirkung
K. 378 zählt nicht zu der kleinen Gruppe von Mozarts Violinsonaten, die das Konzertleben dominieren; dennoch ist es seit Langem im Repertoire und im Katalog fest verankert: Seine Authentizität ist unbestritten, die Quellenlage stabil, und die Veröffentlichung von 1781 belegt seine frühe Verbreitung.[1][2])
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Sein Vermächtnis ist am besten historisch zu verstehen. In diesen Salzburger Sonaten trägt Mozart dazu bei, neu zu definieren, was eine Violinsonate sein kann: nicht Tastenmusik mit fakultativer Violine, sondern ein Genre, in dem die harmonische und architektonische Autorität des Klaviers mit echter beredter Streicher-Eloquenz koexistiert. Für heutige Hörerinnen und Hörer lohnt sich K. 378 gerade deshalb, weil es einen fruchtbaren „Mittelbereich“ in Mozarts Schaffen einnimmt – reif in der Methode, intim im Maßstab und reich an jenen kleinen expressiven Wendungen, die später die großen Wiener Kammerwerke beleben.
楽譜
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[1] International Mozarteum Foundation (Köchel Catalogue entry): KV 378 — dating (Salzburg, 1779), authenticity, work identification.
[2] IMSLP work page: Violin Sonata in B-flat major, K.378/317d — movements, scoring, publication info (first published 1781; Op. 2 No. 4).









