K. 357,01

Allegro in G-Dur für Klavier zu vier Händen (K. 357,01)

de Wolfgang Amadeus Mozart

Unfinished portrait of Mozart by Lange, 1782-83
Mozart, unfinished portrait by Joseph Lange, c. 1782–83

Mozarts Allegro in G-Dur für Klavier zu vier Händen (K. 357,01; auch überliefert als K. 357/497a) ist ein kurzes, unvollendetes Satzfragment aus Wien und dürfte um 1786–87 entstanden sein. Nur als Fragment erhalten und häufig zusammen mit dem verwandten G-Dur-Vierhändigkeitsfragment K. 500a diskutiert, gewährt es einen Einblick in Mozarts spätwienerischen Klavierstil in einem häuslichen, kooperativen Medium.[1][2]

Hintergrund und Kontext

1786 war Mozart dreißig Jahre alt und in Wien fest etabliert; er schrieb zugleich für das Theater und für das Tasteninstrument—für die öffentliche Wirkung ebenso wie für das private Musizieren. Gerade das vierhändige Spiel entsprach der Salon- und Hausmusik-Kultur der Stadt, und Mozarts reife Beiträge dazu reichen von heiteren Sonaten bis zu groß angelegten, konzertanten Statements.[2]

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Das Allegro in G-Dur ist nur als Fragment überliefert, und die moderne Katalogisierung verknüpft es häufig mit dem ebenfalls fragmentarischen G-Dur-Gegenstück, das gemeinhin als K. 500a zitiert wird (mitunter in der frühen Druck- und Überlieferungsgeschichte gemeinsam überliefert).[1][2]

Musikalischer Charakter

Was auf dem Papier steht, ist ein helles, zupackend vorwärtsdrängendes Allegro in G-Dur, geprägt von der selbstbewussten, symmetrisch angelegten Rhetorik von Mozarts spätem Klaviersatz: klare Periodik, lebhafte Oberflächenfiguration und sauber ausgehörte Kadenzen, die förmlich nach einer Fortsetzung verlangen.[1]

Auch in unvollständiger Gestalt lässt die Duetttextur das typische vierhändige Wechselspiel erkennen: Ein Spieler führt die Melodie im Vordergrund, während der andere rhythmische Bewegung und harmonisches Fundament beisteuert, wobei die Parts die Rollen häufig tauschen. Spätere Herausgeber und Arrangeure haben Ergänzungen versucht; Mozarts autograph überlieferter Abschnitt lässt sich jedoch am überzeugendsten als ein flottes, urbanes Eröffnungsstück hören, dessen fehlende Fortsetzung den Eindruck von Momentum eher noch schärft.[1]

[1] IMSLP work page with general information and scans (Mozart fragment; NMA/Neue Mozart-Ausgabe scan listed).

[2] Sotheby’s catalogue note discussing the autograph fragment, its four-hands context, and early publication history linking it with K. 500a.