K. 349

Die Zufriedenheit, K. 349 (1780): Mozarts Münchner Lied der Genügsamkeit

볼프강 아마데우스 모차르트 작

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)

Mozarts Die Zufriedenheit (K. 349, 1780) ist ein knappes deutsches Sololied, das er im Alter von 24 Jahren in München komponierte. Es vertont Johann Martin Millers weithin bekanntes Gedicht „Was frag’ ich viel nach Geld und Gut“ [1] [2]. Oft von den späteren Wiener Liedern der Mitte der 1780er Jahre überstrahlt, zeigt es dennoch, wie Mozart auslotet, wie weit sich ein „einfaches“ strophisches Lied durch Harmonik, Klavierfiguration und pointierte Deklamation subtil beleben lässt [3].

Hintergrund und Kontext

Mozarts Münchner Aufenthalt 1780–81 – vor allem bekannt durch die Komposition und Vorbereitung von Idomeneo – brachte auch eine kleine Gruppe deutscher Lieder hervor. Die Zufriedenheit („Contentment“) gehört zu dieser privateren Seite seiner Münchner Arbeit: ein Repertoire für häusliches Musizieren, nicht für die Bühne. Das Köchel-Verzeichnis verzeichnet das Stück als Lied für eine Stimme mit клавier- (clavier) Begleitung, komponiert 1780 in München [1].

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In Mozarts Schaffen stehen solche Lieder zwischen den Salzburger Experimenten im deutschen Lied und den psychologisch wacher gestalteten Wiener Vertonungen der 1780er Jahre. Gerade diese Zwischenstellung ist der Grund, warum Die Zufriedenheit Beachtung verdient: Sie zeigt Mozart dabei, die Kunst zu verfeinern, ein unprätentiöses Lied „bewohnt“ wirken zu lassen – als dächte die Sängerin oder der Sänger laut –, ohne opernhafte Dimensionen zu bemühen.

Text und Komposition

Der Text setzt mit der entwaffnend praktischen Zeile ein: „Was frag’ ich viel nach Geld und Gut“ („Warum sollte ich viel nach Geld und Besitz fragen?“). Er stammt aus einem Gedicht von Johann Martin Miller (1750–1814), einem Autor, dessen „Die Zufriedenheit“ weit zirkulierte und zahlreiche Vertonungen anregte [2] [4]. Mozarts Wahl dieses Gedichts entspricht einer spätaufklärerischen moralischen Sensibilität: Zufriedenheit erscheint nicht als Naivität, sondern als bewusst eingenommene ethische Haltung gegen ruhelosen sozialen Vergleich.

Das Werk ist heute vor allem in Ausgaben und Abschriften überliefert und im Umlauf, die es als Lied für Stimme und Klavier führen; auch die Verbreitung moderner gemeinfreier Noten nennt Miller als Dichter [2] [3]. (Einige Katalogtraditionen verbinden das Stück zudem mit einer Alternativnummer, K. 367a, was Köchel-Revisionen und Quellengruppierungen widerspiegelt [3].)

Musikalischer Charakter

Obwohl im Umfang bescheiden, ist Die Zufriedenheit keineswegs bloß eine „Melodie mit Begleitung“. Die strophische Anlage (wiederholtes musikalisches Material für aufeinanderfolgende Strophen) fordert den Komponisten dazu heraus, Abwechslung aus Nuancen zu gewinnen: durch wechselnde Klavierfiguration, harmonische Färbungen bei moralisch aufgeladenen Worten und eine sorgfältige Disposition der Kadenzen, sodass die Aphorismen der Singstimme erarbeitet statt geschniegelt klingen.

Zwei Merkmale machen das Lied innerhalb von Mozarts Liedschaffen besonders charakteristisch:

  • Rhetorische Klarheit: Mozart formt die Vokallinie so, dass sie wie zur Melodie gesteigerte Rede wirkt – ein Ansatz, der seine späteren, differenzierteren deutschen Lieder vorwegnimmt und Millers ethische Botschaft im Vordergrund hält.
  • Klavier als Kommentator: Die Begleitung liefert mehr als Akkorde; sie schafft einen fortlaufenden „Stimmungsrahmen“ und macht den Klaviersatz zu einem leisen Partner der Überzeugung – ein intimes Gegenstück zur opernhaften Charakterzeichnung, aber auf Salonmaß verkleinert.

Für Hörerinnen und Hörer, die zu Mozarts Liedern über berühmte spätere Beispiele wie Das Veilchen finden, bietet Die Zufriedenheit einen anderen Reiz: nicht Drama, sondern Haltung. Mozart im Kleinen – ein Beleg dafür, wie ein Lied des 18. Jahrhunderts aufklärerische Gelassenheit verkörpern kann und dennoch musikalisch wach und emotional präsent bleibt [1] [3].

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[1] Internationale Stiftung Mozarteum: Köchel catalogue entry for KV 349 (Die Zufriedenheit), with genre/scoring and Munich dating.

[2] Mutopia Project: public-domain score (PDF) for Die Zufriedenheit, KV 349, including attribution of lyrics to Johann Martin Miller.

[3] IMSLP: work page for Die Zufriedenheit, K.349/367a, with basic cataloging and editions.

[4] German Wikipedia: Johann Martin Miller biography noting the poem “Die Zufriedenheit” as a widely set text, including Mozart KV 349/367a.