Violinsonate Nr. 22 in A-Dur (K. 305)
ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト作

Mozarts Violinsonate Nr. 22 in A-Dur, K. 305 ist ein kompaktes, strahlendes Duo aus dem Jahr 1778, geschrieben, als der Komponist auf seiner wegweisenden Reise durch Mannheim und Paris 22 Jahre alt war. In nur zwei Sätzen angelegt—einem überschwänglichen Allegro di molto und einem Variationsfinale—zeigt sie Mozart dabei, auszuloten, wie viel Charakter, Eleganz und Überraschung er in das damals modische Genre der „Klaviersonate mit Violinenbegleitung“ packen konnte [1] [2].
Hintergrund und Kontext
In den späten 1770er-Jahren suchte Mozart nach einer Anstellung, die ihn aus den Zwängen des Salzburger Dienstverhältnisses befreien könnte, und Mannheim—berühmt für sein Orchester und ein gepflegtes Musikleben—war dabei eine entscheidende Station. Die Sonaten K. 301–306 gehören in diese Reisezeit und stehen in enger Verbindung mit Mannheim sowie den folgenden Pariser Monaten, in denen Mozart mit Blick auf Veröffentlichung und auf den Markt des gehobenen Amateurmusizierens schrieb [2] [3].
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K. 305 verdient Aufmerksamkeit, weil sie zugleich bewusst nach außen wirkt und im Stillen experimentiert. Nach außen, weil sie unmittelbare Sanglichkeit und eine „sonnige“ A-Dur-Brillanz bietet; experimentell, weil Mozart die gesamte zweite Hälfte des Werks als Thema mit Variationen gestaltet—ein ungewöhnlich gewichtiges Ende für eine kurze zweisätzige Sonate. Das Ergebnis ist Musik, die im Vortrag mühelos wirken kann, zugleich aber streng auf Kontrast, Dramaturgie und instrumentale Farbigkeit hin konstruiert ist.
Komposition und Widmung
K. 305 (auch als K. 305/293d katalogisiert) stammt aus dem Jahr 1778 und gehört zu dem Zyklus von sechs Klavier-und-Violin-Sonaten, den Mozart in Paris als sein Op. 1 herausgab [1] [4]. In der modernen Referenztradition werden diese häufig als „Pfälzische Sonaten“ bezeichnet, im Zusammenhang mit ihrer Widmung an Maria Elisabeth, Kurfürstin von der Pfalz [5] [6].
Die Besetzung spiegelt den Markt der Zeit: Das Tasteninstrument (in Mozarts Welt das Fortepiano) trägt den Hauptteil der thematischen Argumentation, während die Violine abwechselnd verdoppelt, in Dialog tritt und verziert. Doch K. 305 ist mehr als bloße Begleitmusik; die Violinstimme ist strategisch so eingesetzt, dass sie Rhythmus schärft, den Klang aufhellt und Höhepunkte zuspitzt—besonders in der Unisono-Rhetorik des ersten Satzes und in der zunehmend ornamentreichen Oberfläche des Variationensatzes.
Form und musikalischer Charakter
K. 305 hat zwei Sätze [1]:
- I. Allegro di molto
- II. Tema con variazioni: Andante grazioso
I. Allegro di molto
Der Beginn fällt durch seine Entschiedenheit auf: Violine und Tasteninstrument setzen gemeinsam im Unisono ein und strahlen sofort eine „konzertante“ Energie aus—nicht das leise Murmeln eines privaten Salons. Dieser erste Satz wird innerhalb der Mannheim/Paris-Gruppe oft als extrovertiert beschrieben, und seine Brillanz ist Teil seines Konzepts: Mozart schreibt Musik, die in einem intimen Raum funkeln kann und zugleich die rhetorische Selbstsicherheit des Orchestertons borgt [7].
Auch wenn das Tasteninstrument führt, verändert die Präsenz der Violine das harmonische Profil und die Schärfe der Musik—sie bekräftigt Kadenzen, bündelt die rhythmische Artikulation und färbt Wiederholungen so, dass sie wie neu erscheinen. Für Hörende liegt der Reiz des Satzes darin, wie rasch Mozart zwischen Themen im „hellen Tageslicht“ und kurzen, suchenderen Wendungen wechselt, die das Überschäumen davor bewahren, beliebig zu werden.
II. Tema con variazioni: Andante grazioso
Statt einen schlichten langsamen Satz zu liefern, schließt Mozart mit Thema und Variationen—ein Verfahren, das das Finale zum strukturellen und expressiven Gegengewicht des schnellen Beginns macht. Das Thema ist gelassen und kantabel, und jede Variation verschiebt die Balance der Partnerschaft: Mal wird das Tasteninstrument zum Filigran um eine Violinline, mal belebt die Violine den Satz mit rhythmischem oder ornamentalem Funkeln.
Ein besonders mozartischer Zug ist die Art, wie die Variationen den Eindruck wachsender Freiheit erzeugen und dabei doch formal kontrolliert bleiben. Kommentierende verweisen oft auf einen kurzen, kadenzartigen Moment nahe dem Ende als „Atemzug“ der Erzählung—einen Augenblick, der die vorausgehende Virtuosität rahmt und den Schluss mit theatralischem Timing vorbereitet [8].
Rezeption und Nachwirkung
Historisch hatten die Sonaten des Zyklus K. 301–306 ein klar praktisches Ziel: Veröffentlichung und Verbreitung unter versierten Amateuren und Profis in den kosmopolitischen Zentren, in die Mozart vorzudringen versuchte. 1778 erschienen sie in Paris als Op. 1—ein deutliches Zeichen von Mozarts Ambition, nicht nur als Interpret, sondern als Komponist mit vermarktbaren Kammermusikwerken wahrgenommen zu werden [3] [4].
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Im heutigen Konzertleben steht K. 305 mitunter im Schatten der dunkleren, außergewöhnlichen e-Moll-Sonate, K. 304 und späterer, „gleichberechtigterer“ Duo-Sonaten aus dem späten Wien. Dennoch bleibt K. 305 ein überzeugender Einstieg in Mozarts Kammermusik mit Tasteninstrument: Sie ist knapp (oft um die Viertelstunde in der Aufführung), dankbar zu spielen und reich an kompositorischem Witz—nicht zuletzt durch die Entscheidung, der Variationsform statt einem konventionellen Finale das letzte Wort zu geben [1].
Für Ausführende liegt die Herausforderung eher im Stil als in der bloßen Technik: den Glanz des ersten Satzes schwebend zu halten und die Variationen als einen einzigen Bogen zu formen, nicht als Kette reizvoller Episoden. So gehört, zeigt K. 305 Mozart mit 22: noch nicht den späten Meister des weit ausgreifenden Duo-Schreibens, aber bereits einen Komponisten, der ein „nützliches“ Genre in ein Miniaturdrama aus Charakter und Proportion verwandeln konnte.
楽譜
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[1] IMSLP — score page and basic work data for the Violin Sonata in A major, K. 305/293d (movements, cataloguing).
[2] Köchel Verzeichnis (Mozarteum) — contextual notes for the keyboard-and-violin sonatas around K. 301–306 (work group and travel/publication context).
[3] Cambridge University Press index (Mozart chamber music with keyboard) — identifies K. 301–306 as Sonatas for keyboard and violin (Op. 1), published 1778.
[4] French Wikipedia — K. 305 page (dedication and publication note: Op. 1, Paris/Sieber; general reference).
[5] Da Vinci Edition release note — discusses Op. 1 (Paris, 1778) dedication to the Electress of the Palatinate and the “Palatine Sonatas” label (secondary but useful overview).
[6] Navona Records catalog note — describes the “Palatine Sonatas” (K. 301–306), dedication to Electress Elizabeth Maria, and publication in Paris (secondary overview).
[7] Noteworthy Sheet Music article — overview of the Mannheim sonatas, characterizing K. 305 as especially extroverted within the set (commentary).
[8] ClassicalConnect program-style note — describes K. 305’s two-movement plan and highlights the cadenza-like Adagio moment near the end of the variation movement (commentary).









