Regina Coeli in C-Dur (K. 276)
di Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Regina Coeli in C-Dur (K. 276), 1779 in Salzburg entstanden, als er 23 Jahre alt war, ist eine kompakte marianische Osterantiphon, deren Glanz in ihrer Ăkonomie liegt. FĂŒr vier Vokalsolisten, Chor und ein festliches Salzburger Orchester geschrieben, verdichtet sie kathedrale Zeremonie zu Musik von quecksilbriger Freude und leuchtender C-Dur-Gewissheit [1].
Hintergrund und Kontext
Mozarts Salzburger Kirchenmusik wurde ebenso sehr von den örtlichen liturgischen Gegebenheiten geprĂ€gt wie von persönlicher Inspiration. In den spĂ€ten 1770er-Jahren diente er dem Hof des FĂŒrsterzbischofs als Organist und Konzertmeister und lieferte Musik fĂŒr eine Stadt, deren Domkultur Klarheit, Knappheit und verlĂ€ssliche Handwerkskunst schĂ€tzte. Neben seinen ausgedehnteren geistlichen Partituren schuf Mozart eine Reihe âkleinerer Kirchenwerkeâ â Motetten, Antiphonen und kurze Vertonungen, zugeschnitten auf bestimmte Stellen im Gottesdienst.
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K. 276 gehört in diese praktische Welt und ist doch alles andere als Routine. Es ist eine von drei Vertonungen, die Mozart von der Osterantiphon Regina caeli (oft auch coeli geschrieben) anfertigte, und sie fĂ€llt durch ihr beschwingtes, reprĂ€sentatives Profil und ihre helle orchestrale Farbigkeit auf [1]. Gerade weil sie Mozarts Salzburger Kunst in höchster Konzentration zeigt, verdient die Komposition Aufmerksamkeit: wenige Minuten Musik, die dennoch theatralisch âöffentlichâ wirkt, sĂ€ngerisch dankbar gesetzt und formal straff.
Komposition und liturgische Funktion
Der Text Regina caeli â âHimmelsköniginâ â ersetzt in der römisch-katholischen Tradition wĂ€hrend der Osterzeit den Angelus. Mozarts Vertonung wird in der Regel auf 1779 in Salzburg datiert â ein Jahr, das auch andere selbstbewusste C-Dur-Werke und Gelegenheitskompositionen hervorbrachte â und war vermutlich fĂŒr den Gebrauch im Dom oder in der Hofkapelle wĂ€hrend der Osterzeit bestimmt [1].
Als Besetzung nennen die Quellen typischerweise SATB-Solistenquartett, SATB-Chor und Orchester â ein ökonomisches, aber festliches Ensemble, wie es fĂŒr Salzburger Festtagspraxis charakteristisch ist [2]. Erhaltene Ausgaben und KatalogeintrĂ€ge weisen das Werk ebenfalls als vollstĂ€ndige, in sich geschlossene Antiphon aus, nicht als Fragment oder spĂ€tere Zusammenstellung; ĂŒberliefert ist es heute in modernen Urtext-Ausgaben und in weithin verfĂŒgbaren AuffĂŒhrungsmaterialien [3].
Musikalische Struktur
Obwohl knapp, erzeugt K. 276 Vielfalt, indem es zĂŒgig durch kontrastierende Texturen wechselt â solistische Brillanz, chorische BekrĂ€ftigung und orchestrale Akzentuierung.
Besetzung (typische Salzburger Festtagsbesetzung)
- Vokal: Sopran-, Alt-, Tenor-, Bass-Solisten; SATB-Chor [1]
- HolzblÀser: 2 Oboen [2]
- BlechblÀser: 2 Trompeten [2]
- Schlagwerk: Pauken [2]
- Streicher: 2 Violinen (mit Basslinie/Continuo-StĂŒtze in der AuffĂŒhrungspraxis) [2]
- Continuo/Keyboard: Orgel (wie in gĂ€ngigen AuffĂŒhrungsmaterialien und Beschreibungen angegeben) [2]
Die Tonart C-Dur und der Einsatz von Trompeten und Pauken verorten das Werk sofort in einem festlichen, âdomhellenâ Klangraum. Mozart lĂ€sst das Orchester dabei meist echte rhetorische Arbeit leisten â es kĂŒndigt Kadenzen an, unterstreicht textliche Wendungen und verleiht choralem Tutti Gewicht â, wĂ€hrend er die VokalsĂ€tze dankbar und unmittelbar hĂ€lt.
Ein charakteristisches Merkmal, das von AusfĂŒhrenden und Kommentatoren hervorgehoben wird, ist die Art, wie Mozart auf engem Raum ein DialoggefĂŒhl verdichtet: Das Solistenquartett und die chorischen Antworten wirken weniger wie getrennte âNummernâ als wie ein einziger, kontinuierlich sich entfaltender Absatz. Das Ergebnis ist eine liturgische Miniatur mit unverkennbar theatralischer Energie â Musik, die einen gottesdienstlichen Moment krönen kann, ohne ihn zu ĂŒberdehnen.
Rezeption und Nachwirkung
K. 276 hat in der populĂ€ren Vorstellung nie mit Mozarts bekanntesten geistlichen Werken konkurriert, bleibt jedoch ein fester Bestandteil von Kirchen- und Konzertprogrammen, weil es mit ĂŒberschaubarem Probenaufwand maximale zeremonielle Wirkung erzielt. Moderne Verlage und Online-Notenbibliotheken verbreiten es weiterhin als praktische Wahl fĂŒr Osterzeit-Gottesdienste und fĂŒr gemischte Chöre, die klassisches lateinisches Repertoire mit brillanter Orchesterfarbe suchen [3].
Im gröĂeren Blick auf Mozarts Ćuvre ist das StĂŒck ein wertvoller Beleg dafĂŒr, wie seine Salzburger âBrotarbeitâ dennoch Kunst von Haltung und Glanz hervorbringen konnte. Seine Anziehungskraft ist nicht nur devotional, sondern auch architektonisch. In wenigen Minuten balanciert Mozart solistische Entfaltung, gemeinschaftliche chorische BekrĂ€ftigung und festlichen orchestralen Schimmer â eine Osterantiphon, die zugleich funktional wirkt und in ihrer Sicherheit still strahlt.
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Spartito
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[1] Wikipedia: overview of Mozartâs Regina coeli settings; notes K. 276 as best-known, for four soloists, choir, and orchestra; probable date 1779 in Salzburg.
[2] Bard College Conservatory (TĆN): program note describing liturgical use in Easter season and giving a detailed description of the small Salzburg ensemble (strings, oboes, trumpets, timpani, organ) with chorus and four soloists.
[3] IMSLP: work page for Regina coeli in C major, K. 276/321b, providing score access and publication/edition information.







