K. 271a

Violinkonzert „Nr. 7“ D-Dur (K. 271a) — ein zweifelhaftes Mozart-Konzert

av Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart with Golden Spur medal, 1777
Mozart wearing the Order of the Golden Spur, 1777 copy

Das sogenannte Violinkonzert Nr. 7 in D-Dur (K. 271a; auch als K. 271i zitiert) ist ein Konzert, das traditionell Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) zugeschrieben wird und meist auf 1777 datiert wird – also in sein 21. Lebensjahr –, heute jedoch weithin als Werk zweifelhafter Authentizität gilt.[2] Überlieferte Quellen und stilistische Merkmale lassen offen, ob das Stück einen echten Mozart-Entwurf bewahrt, eine Abschrift darstellt, die er nach einem Konzert eines anderen Komponisten anfertigte, oder ob es sich um ein späteres Werk handelt, das fälschlich mit seinem Namen verbunden wurde.[1][3]

Hintergrund und Kontext

1777 stand Mozart noch formal im Einflussbereich des Salzburger Hofes, blickte jedoch bereits darüber hinaus: Das Jahr gehört zur unruhigen Phase unmittelbar vor seinen Reisen nach Mannheim und Paris (1777–78), als seine Ambitionen als Virtuose und Komponist zunehmend mit den Salzburger Beschränkungen kollidierten.[2] Vor diesem Hintergrund hat man das D-Dur-Konzert K. 271a häufig in Salzburg verortet und (spekulativ) mit örtlichen Aufführungsbedürfnissen in Verbindung gebracht; andere Deutungen verweisen eher auf eine französische Beziehung, da man Aspekte der Solostimme als näher an einer späteren französischen Violinschule denn an Mozarts sicher zugeschriebenen Salzburger Konzerten empfunden hat.[1][2]

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Mit größerer Sicherheit lässt sich der heutige Stand der Forschung benennen: In der Neuen Mozart-Ausgabe erscheint das Werk unter den „Werken zweifelhafter Echtheit“, und selbst der Herausgeber wies auf bezeichnende „Unebenheiten“ hin, die die Zuschreibung weiterhin problematisch machen.[3]

Musikalischer Charakter

Das Konzert folgt dem vertrauten dreisätzigen Schema schnell–langsam–schnell, wie es für ein Violinkonzert des 18. Jahrhunderts zu erwarten ist, und entfaltet eine öffentlich glänzende D-Dur-Aura (eine Tonart, die Mozart andernorts für zeremonielle, im Freien wirkende und geigenfreundliche Schreibweisen nutzte).[2] Doch der Kommentar der NMA verweist auf lokale Details, die weniger an Mozarts ausgefeilte Salzburger Manier erinnern: Der langsame Satz enthält auffällige pizzicato-Passagen, und der erste Satz weist eine merkwürdige „Einschaltung“ (Takte 146–147) auf, die zwar in den Quellen überliefert ist, vom Herausgeber jedoch als im Grunde überflüssig beschrieben wird.[3]

Unabhängig von der Autorschaft ist K. 271a nicht bloß ein Lückenfüller in Listen: Es bietet eine gewichtige Solopartie und eine konzertante Argumentation im großen Format und lädt dazu ein, seine Rhetorik mit den fünf authentischen Violinkonzerten von 1775 zu vergleichen – insbesondere mit Mozarts charakteristischer Balance aus vokaler Lyrik und einem dialogischen Wechselspiel zwischen Solist und Orchester.[2]

Stellung im Katalog

K. 271a steht am Rand von Mozarts Violinkonzert-Erbe – regelmäßig als „Nr. 7“ nummeriert, jedoch meist vom authentischen Zyklus getrennt und eher als zweifelhaft denn als gesichert behandelt.[1][3] Im Vergleich mit den Konzerten von 1775 wirkt es weniger wie ein „fehlendes Bindeglied“ als wie ein provokanter Spiegel: nah genug am Genre, um eine Zuschreibung nahezulegen, aber in den Details anders genug, um die Frage offen zu halten.[2]

[1] IMSLP work page: "Violin Concerto in D major, K.271a/K.271i" (notes on dating, Salzburg attribution hypotheses, and doubtful status)

[2] Wikipedia: "Violin Concerto No. 7 (Mozart)" (overview of attribution dispute, dating claims, and scholarly commentary)

[3] Digital Mozart Edition (Mozarteum): New Mozart Edition X/29/1 "Works of Dubious Authenticity" — English PDF with editorial remarks on KV 271i