K. 269b

4 Contredanses für Graf Czernin (K. 269b)

av Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart with Golden Spur medal, 1777
Mozart wearing the Order of the Golden Spur, 1777 copy

Mozarts 4 Contredanses für Graf Czernin (K. 269b; auch katalogisiert als K. Anh. C 29.01) sind bescheidene Tanzminiaturen für Tasteninstrument, die mit Salzburg im Jahr 1777 verbunden werden, als der Komponist 21 Jahre alt war. Erhaltene Quellen deuten darauf hin, dass sie als clavier-Fassungen von Contredanses kursierten, die mit Johann Rudolf, Graf Czernin, in Verbindung standen, während die moderne Katalogisierung zugleich auch Fragen der Autorschaft vermerkt.

Hintergrund und Kontext

1777 stand Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in Salzburg noch im Dienst von Erzbischof Colloredo und lieferte dem Hof und den aristokratischen Kreisen der Stadt neben anspruchsvolleren Vorhaben auch zweckgebundene Musik. In dieser häuslichen Sphäre erfüllten kurze Tanzzyklen – Menuette, Deutsche Tänze und Contredanses – praktische Bedürfnisse des gesellschaftlichen Tanzens und des Musizierens am Tasteninstrument.

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Für K. 269b bezeichnet der Eintrag im Köchelverzeichnis der Internationalen Stiftung Mozarteum das Werk als Contredances for Johann Rudolf Graf Czernin in clavier-Form, datiert auf 1777, und überliefert in als fragmentarisch beschriebenen Quellen; derselbe Eintrag kennzeichnet die Zuschreibung zudem als „incorrectly assigned“ und verknüpft das Stück in den Personendaten mit Michael Haydn. [1]

Musikalischer Charakter

Auf dem Papier verhalten sich diese Stücke wie unkomplizierte Contredanses: knappe, in geraden Perioden gebaute Nummern, die eher auf einen gleichmäßigen Puls und klare Kadenzen zielen als auf eine ausführliche motivische Arbeit. Die im Mozarteum-Eintrag aufgeführten erhaltenen Sätze umfassen zwei vollständige Tänze mit den Tempoangaben Allegro und Andantino, gefolgt von einem Allegro, das nur als Fragment überliefert ist (weitere Tänze werden als verloren genannt). [1]

Als Klaviersatz ist die Textur vorwiegend akkordisch und melodiegeführt – gut im Bereich geübter Amateurspieler – und deutet auf eine praktische clavier-Ersatzfassung für ein Ensemble-Tanzrepertoire hin, nicht auf ein virtuoses Konzertstück. Ein leicht zugänglicher moderner Notendruck (aus dem Tanzband der Neuen Mozart-Ausgabe, wie auf IMSLP gespiegelt) führt die Sammlung als „Country Dances…for piano“, was dieses salonhaft-funktionale Profil unterstreicht. [2]

[1] International Mozarteum Foundation (Köchel Catalogue): KV Anh. C 29.01 / K. 269b, Contredances for Johann Rudolf Graf Czernin (clavier version) — dating, status notes, and movement incipits.

[2] IMSLP: Country Dances for Johann Rudolf Graf Czernin, K.Anh.C 29.01 — access to score scans and general work metadata reflecting the keyboard format.