4 Contredanses (K. 267)
沃尔夫冈·阿马德乌斯·莫扎特

Mozarts 4 Contredanses (K. 267; K³ 271c) sind eine kompakte Folge von Ballsaaltänzen, entstanden Anfang 1777 in Salzburg, als er 21 Jahre alt war. Geschrieben für ein kleines, aber farbenreiches „Tanzorchester“ aus Holzbläsern, Hörnern und Streichern, zeigen sie, wie Mozart funktionale Gesellschaftsmusik in pointiert charakterisierte Miniaturen verwandeln konnte.
Hintergrund und Kontext
In Mozarts Salzburger Jahren war „Gelegenheitsmusik“ kein Nebenschauplatz, sondern berufliche Notwendigkeit. Neben Kirchenwerken, Serenaden und Divertimenti lieferte er Tanzmusik für den gesellschaftlichen Kalender der Stadt – Musik, die Körper in Bewegung halten sollte, statt stilles, konzentriertes Zuhören zu erzwingen. Die contredanse (aus der französisch/englischen Country-Dance-Tradition) gehörte in diese praktische Welt: viertaktig gegliederte, regelmäßige Melodien im geraden Zweiertakt, gemacht für klare Schritte, Wiederholungen und schnelle Verständlichkeit auf einem vollen Parkett.[1]
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Und doch verdient K. 267 mehr als eine Fußnote als „bloße“ Gebrauchsmusik. Mozarts Tanzzyklen wirken oft wie ein Labor im Kleinen: ökonomische Themen, schnelle orchestrale Signale, sauber konstruierte Kadenzen und Charakterkontraste, die bereits ans Theater denken lassen. Gerade K. 267 erinnert daran, dass in den 1770er-Jahren die Grenze zwischen „ernster“ Orchesterkunst und Unterhaltungsmusik weit durchlässiger war, als es die heutige Konzertkultur vermuten lässt.
Entstehung und Uraufführung
Das Köchel-Verzeichnis der Internationalen Stiftung Mozarteum datiert die Folge auf Salzburg, Januar–Februar 1777, und bestätigt, dass das Werk in Quellen überliefert ist, darunter ein Autograph.[1] Wie für Salzburger Tanzmusik typisch, ist eine konkrete Erstaufführung kaum zu fassen; solche Stücke erklangen gewöhnlich bei Assemblées, Karnevalsveranstaltungen sowie höfischen oder bürgerlichen Bällen, wo Musik rasch zirkulierte und in ihrer Funktion oft anonym blieb – auch wenn der Urheber namentlich bekannt war.
Die vier Tänze stehen in unterschiedlichen Tonarten (nicht in einer einheitlichen „Satztonart“): Nr. 1 in G-Dur; die Werkseite bei IMSLP nennt außerdem Nr. 2 in Es-Dur, Nr. 3 in A-Dur und Nr. 4 in D-Dur.[2] Diese Vielfalt erklärt einen Teil der praktischen Attraktivität: Jede Nummer erfrischt das Ohr mit einer neuen tonalen „Beleuchtung“, bleibt aber in freundlichen, hellen Regionen, die sich für im Freien klingende Holzbläser und Naturhörner eignen.
Besetzung
K. 267 ist für ein bescheidenes, tanzgerechtes Ensemble instrumentiert, das Transportabilität und Klangfarbe ausbalanciert. Das Köchel-Verzeichnis nennt:
- Holzbläser: 2 Oboen
- Blech: 2 Hörner
- Streicher: Violinen I & II
- Bass-/Continuo-Linie: Violoncello + Fagott + Kontrabass (gemeinsam auf der Basslinie)
Diese Besetzung erscheint im Köchel-Verzeichnis als „ob1+ob2, cor1+cor2, vl1, vl2, vlc+fag+b.”[1]
Für Tanzmusik ist diese Anlage ideal. Die Oboen geben rhythmische Schärfe und tragen die Melodie; die Hörner weiten den Klang mit Freiluft-Resonanz; und die Basslinie (durch das Fagott gestützt) liefert den stetigen harmonischen „Boden“, auf den Tänzer angewiesen sind. Zugleich lässt sich die Besetzung als Momentaufnahme der Salzburger Praxis lesen: wirkungsvoll, ohne verschwenderisch zu sein.
Form und musikalischer Charakter
Trotz des kleinen Formats sind das keine austauschbaren „Weisen“. Mozart variiert Profil, Artikulation und rhetorisches Tempo, damit eine Folge von Wiederholungen nicht eintönig wird – entscheidend, wenn ein Tanz seine Teile viele Male durchläuft.
IMSLP charakterisiert den Zyklus als vier Stücke für kleines Orchester/Ensemble (mit Continuo), und das Köchel-Verzeichnis beschreibt den Contredanse-Typ insgesamt als überwiegend im 2/4-Takt, gegliedert in wiederholte Abschnitte aus regelmäßigen Viertaktgruppen.[1][2] Diese Beschreibung trifft, was man sofort hört: quadratische Phrasen und einen klaren, federnden Puls.
Nr. 1 in G-Dur
Die eröffnende Contredanse stiftet eine unkomplizierte Geselligkeit – Musik, die in kurzen, sauber gesetzten „Sätzen“ spricht. Sie soll den Saal rasch in Bewegung bringen, und Mozart erreicht das mit direkten thematischen Konturen und einem unaufwendigen harmonischen Verlauf.
Nr. 2 in Es-Dur
Es-Dur trägt in Mozarts Orchesterpalette oft einen etwas runderen, feierlicheren Ton, und in einer Tanzfolge bildet es einen willkommenen Kontrast zu helleren, streicherfreundlichen Tonarten. Selbst wenn das Material bewusst einfach bleibt, kann der Tonartwechsel allein wie ein Wechsel des Raums oder des Kostüms wirken.
Nr. 3 in A-Dur
Der dritte Tanz wird in modernen Verzeichnissen häufig mit gavotte-Charakter verbunden – tatsächlich bezeichnet das Köchel-Verzeichnis die zweite und dritte Nummer als „Gavotte“.[1] Historisch verweist eine gavotte auf einen bestimmten Schritttyp und eine charakteristische Phrasenrhythmik (oft mit Auftakt und einem gefassten, gemäßigten Schwung). Einen solchen Charakter innerhalb eines Contredanse-Sets einzusetzen, ist typisch für Mozarts pragmatischen Eklektizismus: Er sorgt für Abwechslung, ohne die Bedürfnisse der Tänzer – Klarheit und Wiederholbarkeit – aus dem Blick zu verlieren.
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Nr. 4 in D-Dur
D-Dur, eine brillante „Freiluft“-Tonart für Holzbläser und Hörner, bildet einen passenden Abschluss. Eine Schlussnummer in strahlenderer Tonalität kann den Raum gegen Ende einer Folge noch einmal anfachen – besonders, wenn die Tänze bereits durch viele Wiederholungen gegangen sind.
Über den Zyklus hinweg fällt vor allem Mozarts Ökonomie auf: Themen sind so geformt, dass sie sofort tragen; Kadenzen kommen mit befriedigender Sicherheit; und instrumentale Farbe wird wie Bühnenlicht eingesetzt – rasche, treffende Akzente statt symphonischer Ausarbeitung. Kurz: K. 267 ist Divertimento-Handwerk unter Zeitdruck – Musik, die sofort funktionieren muss.
Rezeption und Nachwirkung
K. 267 hat nie den öffentlichen Rang von Mozarts späteren Wiener Tanzaufträgen erreicht, profitiert aber heute von zwei Vorteilen: der gesicherten Überlieferung in maßgeblicher Katalogisierung und der leichten Zugänglichkeit in Ausgaben und Aufnahmen. Die Überlieferung ist verlässlich (einschließlich eines Autographs), und das Werk ist in die Tanzbände der Neuen Mozart-Ausgabe aufgenommen (wie sowohl der Eintrag im Köchel-Verzeichnis als auch die bei IMSLP verzeichneten Editionen zeigen).[1][2]
Für Ausführende sind diese Contredanses über ihre historische Funktion hinaus nützlich: Sie eignen sich hervorragend als Zugaben, als stilistische „Gaumenreiniger“ auf historischen Instrumenten oder als verbindende Programmpunkte in Konzerten, die Mozarts Salzburger Klangwelt erkunden. Für Hörende bieten sie etwas Subtileres: einen Blick auf Mozart als arbeitenden Musiker, der nicht für die Nachwelt, sondern für das Vergnügen eines Abends schrieb – und doch selbst hier nicht widerstehen konnte, prägnante Charaktere und elegante Proportionen zu gestalten.
[1] International Mozarteum Foundation (Köchel-Verzeichnis): dating (Salzburg, Jan–Feb 1777), authenticity/transmission, and instrumentation for K. 267; notes on contredanse form and NMA linkage.
[2] IMSLP work page: basic cataloguing data (K. 267/271c), four-piece structure, keys listing via MIDI links, and scoring/category information; includes references to NMA and historical editions.








