K. 258a

Kyrie in C (Fragment), K. 258a (C-Dur)

av Wolfgang Amadeus Mozart

Miniature portrait of Mozart, 1773
Mozart aged 17, miniature c. 1773 (attr. Knoller)

Mozarts Kyrie in C (Fragment), K. 258a, ist eine unvollendete, einsĂ€tzige Mess-Eröffnung, die nur in einer sehr kleinen autographen Quelle ĂŒberliefert ist. WĂ€hrend Ă€ltere Kataloge das StĂŒck bisweilen um 1772 ansetzten, verbindet der maßgebliche Online-Werkeintrag das Fragment mit Mozarts Wiener Jahren (spĂ€te 1780er bis 1791) – sein ursprĂŒnglicher Zweck bleibt damit unklar.

Was bekannt ist

Erhalten ist nur ein fragmentarisches Kyrie in C-Dur, ĂŒberliefert als Autographpartitur von lediglich einer beschriebenen Seite (ein einzelnes Blatt mit nur einer notierten Seite) und als unvollendetes Werk bezeichnet. Der Katalogeintrag der Internationalen Stiftung Mozarteum fĂŒhrt das StĂŒck als authentisch und erhalten und datiert es spĂ€t in die Wiener Zeit (1786–1791); zugleich dokumentiert er mehrere Handschriftenabschriften des 19. Jahrhunderts, deren Titel es als „Anfang einer Messe“ mit Orgel-Solo charakterisieren – ein Hinweis auf einen liturgischen Zusammenhang eher als auf ein eigenstĂ€ndiges Konzert-Kyrie. Die dort angegebene Besetzung ist fĂŒr einen so kurzen Torso festlich: SATB-Chor mit Streichern (Violinen I & II) und Continuo/Orgel, dazu zwei Clarini (Trompeten) und Pauken – Klangfarben, die in Mozarts Messpraxis typischerweise auf einen feierlichen Gottesdienst statt auf eine Alltagsbesetzung deuten.[1]

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Musikalischer Gehalt

Das Erhaltene wirkt wie die Eröffnungsgeste einer grĂ¶ĂŸeren Anlage: ein kompaktes chorisches Kyrie, gedacht mit strahlender, zeremonieller C-Dur-Klanglichkeit (Trompeten und Pauken) und einem Orgel-Continuo als Fundament der vokalen Faktur. Selbst im Fragment lĂ€sst die vom Notentext nahegelegte Anlage – Stimmen mit orchestral gesetzten Akzenten verzahnt und nicht bloß verdoppelt – auf Mozarts reifere Gewohnheit schließen, das Ordinarium der Messe als dramatische, öffentliche Rhetorik zu behandeln, nicht als private Andacht. Da das Fragment abbricht, bevor sich eine vollstĂ€ndige RĂŒckkehr oder ein Schlusskadenzverlauf fassen lĂ€sst, kann seine grĂ¶ĂŸere Form (ob ein geradliniger Kyrie–Christe–Kyrie-Plan oder eine stĂ€rker durchkomponierte Lösung) aus der erhaltenen Seite allein nicht zuverlĂ€ssig rekonstruiert werden.[1]

[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel-Verzeichnis work entry for K. 258a: status/authenticity, dating, instrumentation, and source description (“Autograph, 1787 
 1 Bl.”) plus later copies.