K. 24

8 Variationen in G-Dur über „Laat ons juichen, Batavieren!“, K. 24

de Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart family portrait by Carmontelle, 1764
The Mozart family in Paris, 1763–64 (Carmontelle)

Mozarts 8 Variationen in G-Dur über das niederländische Lied „Laat ons juichen, Batavieren!“ (K. 24) entstanden Anfang März 1766 in Den Haag, als er zehn Jahre alt war. Aufgebaut über eine zeitgenössische patriotische Melodie von Christian Ernst Graaf, zeigt der Zyklus, wie der auf Reisen befindliche Kinderkomponist eine öffentliche Weise in eine souveräne Klavierpräsentation verwandelt.[1][2]

Mozarts Leben zu dieser Zeit

1766 hielt sich Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) während der großen Europatournee der Familie in Den Haag auf und schrieb Tastenwerke nach lokalem Geschmack sowie für konkrete Anlässe. Das von ihm gewählte Thema – Graafs „Laat ons juichen, Batavieren!“ – stand im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zur Amtseinsetzung Wilhelms V. als Statthalter; eine Anzeige für die Erstausgabe von Mozarts Variationen erschien am 7. März 1766 in der Haager Courant.[1]

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Musikalischer Charakter

K. 24 bietet ein Thema mit acht Variationen für Solotasteninstrument (vermutlich für Cembalo oder frühes Fortepiano gedacht), durchgehend in der hellen Klangwelt von G-Dur.[2] Anstatt einer radikalen Neukomposition verfolgt Mozart die klassische Variationskunst des jungen Virtuosen: Die Melodie bleibt hörbar „an ihrem Platz“, während die Oberfläche durch Figuration und wechselnde Tastentexturen fortwährend erneuert wird – mit fließender Passagenarbeit, Mustern im Wechsel der Hände und Episoden, die die Harmonik zuspitzen, bevor sie wieder in die Weise zurückführen.

Bemerkenswert ist, dass mindestens eine spätere editorische Diskussion auf kleine Notationsunklarheiten bereits in der Erstausgabe hinweist (etwa die Frage fehlender Wiederholungszeichen) – ein Hinweis darauf, dass diese frühen Tournee-Stücke oft eher über Drucktraditionen als über ein in allen Details gesichertes Autograph überliefert sind.[1] Dennoch ist der Zyklus im Instinkt unverkennbar mozartisch: knapp, durchsichtig und voller Drang, aus einem öffentlichen Lied ein kleines „Konzert“ fürs Tasteninstrument zu machen.

[1] Bärenreiter preface (PDF) with notes on K. 24: Graaf as source of the song, Hague context, Haager Courant advertisement dated 7 March 1766, and editorial remarks (repeat signs, etc.).

[2] IMSLP work page for Mozart’s 8 Variations on “Laat ons juichen,” K. 24: basic catalog data (theme + 8 variations, key, instrumentation) and links to editions.