K. 198

Offertorium „Sub tuum praesidium“ (zweifelhaft), K. 198 (F-Dur)

볼프강 아마데우스 모차르트 작

Miniature portrait of Mozart, 1773
Mozart aged 17, miniature c. 1773 (attr. Knoller)

Das Offertorium Sub tuum praesidium (K. 198) ist eine kurze marianische Vertonung in F-Dur, die mit Salzburg in den frühen 1770er-Jahren in Verbindung gebracht wird, als Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) etwa 17 Jahre alt war. Obwohl das Stück lange unter Mozarts Namen überliefert wurde, bleibt die Zuschreibung unsicher, und moderne Werkverzeichnisse kennzeichnen es häufig als zweifelhaft.

Hintergrund und Kontext

Der lateinische Text Sub tuum praesidium – ein Gebet zur Jungfrau Maria – verortet dieses Offertorium eher im alltäglichen Andachtsrepertoire Salzburgs als in den großen, zeremoniellen Messen, die Mozarts geistliches Schaffen der späten 1770er-Jahre prägen. Das Werk ist ohne erhaltenes Autograph überliefert, und die Quellenlage lässt Mozarts Urheberschaft fraglich erscheinen; IMSLP weist beispielsweise darauf hin, dass die Autorschaft unsicher ist und dass Grove das Stück nicht in sein Werkverzeichnis aufnimmt.[1]

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Dennoch wurde das Stück im Rahmen der Tradition der Kleinere Kirchenwerke („kleineren Kirchenwerke“) ediert und aufgeführt; die über IMSLP verfügbare Partitur stammt aus der Neuen Mozart-Ausgabe (NMA) und stellt es damit neben andere kompakte liturgische Stücke, die mit der Salzburger Kirchenpraxis verbunden sind.[1]

Musikalischer Charakter

Sub tuum praesidium ist für Stimmen (Sopran und Tenor, oder in manchen Traditionen zwei Soprane) mit Streichern und Continuo (Orgel) gesetzt – eine bescheidene Besetzung, die der funktionalen Rolle eines Offertoriums entspricht.[1] In F-Dur ist der Grundaffekt intim und bittend: Die Vokallinien neigen zu glatter, schrittweiser Bewegung und zu paralleler Satzweise, getragen von einer zurückgenommenen Streichertextur und einem harmonisch stabilisierenden Bass-/Orgelcontinuo.

Falls das Werk tatsächlich von Mozart stammt, liegt sein Reiz weniger in virtuoser Schaustellung als in einer ökonomischen Kirchenstilistik: Ein junger Komponist formt klare Phrasen, balanciert zwei Oberstimmen gegen eine leicht artikulierte Begleitung und hält die Rhetorik nahe am nach innen gerichteten Ton des Gebets. So entsteht Musik, die für die Liturgie gemacht wirkt – kurz, gut singbar und leise überzeugend –, auch wenn die Autorschaftsfrage zur Vorsicht mahnt, seine Feinheiten mit Sicherheit Mozart zuzuschreiben.

[1] IMSLP work page for Sub tuum praesidium, K. 198/Anh. C 3.08 — catalog numbers, scoring, notes on uncertain authorship, and NMA publication details