Sinfonie Nr. 4 in D-Dur, K. 19
av Wolfgang Amadeus Mozart

Mozarts Sinfonie Nr. 4 in D-Dur, K. 19 ist eine frĂŒhe Londoner Sinfonie aus dem Jahr 1765, entstanden, als er neun Jahre alt war. In den Dimensionen bescheiden, in der musikalischen Geste jedoch lebendig, zeigt sie den kindlichen Komponisten dabei, wie er den damals in England gĂ€ngigen, modischen dreisĂ€tzigen Sinfonie- (oder sinfonia- )Typus in sich aufnimmt â und bereits lernt, ein kleines Orchester dramatisch zum Klingen zu bringen.
Mozarts Lebenssituation zur Entstehungszeit
1765 befand sich Wolfgang Amadeus Mozart (1756â1791) mitten in der groĂen Familientournee durch Westeuropa (1763â1766), einer prĂ€genden Reise, die ihn in unmittelbaren Kontakt mit den neuesten Orchesterstilen und den fĂŒhrenden Musikzentren brachte. Der Eintrag im Köchel-Verzeichnis zu K. 19 verortet das Werk 1765 in London, innerhalb der Gruppe frĂŒher Sinfonien, die mit dieser Reise verbunden sind und mit den musikalischen âVorlieben in England und den Niederlandenâ, denen Mozart als Wunderkind unterwegs begegnete.[1]
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Es ist leicht, diese Londoner Sinfonien als bloĂe Juvenilia abzutun â angenehm, kurz und nach auĂen hin konventionell. Doch gerade K. 19 verdient Aufmerksamkeit, weil sie dokumentiert, wie Mozart die öffentliche Sprache der Sinfonie erlernt: knappe Themen, rasche harmonische Zielstrebigkeit und ein theatralisches GespĂŒr fĂŒr Kontraste, das seine spĂ€tere SelbstverstĂ€ndlichkeit im Umgang mit groĂen Formen vorwegnimmt. Schon mit neun schreibt er nicht einfach âNotenâ, sondern erprobt, wie orchestrische Rhetorik funktioniert.
Komposition und Manuskript
K. 19 ist ein Londoner Werk von 1765, und der Katalog des Mozarteums bestĂ€tigt eine autographe Quelle aus diesem Jahr.[1] Derselbe Eintrag bewahrt eine aufschlussreiche frĂŒhe Titel-/Ăberschriftformel, die die vorgesehenen KrĂ€fte ausbuchstabiert â â2 Violinen, 2 Oboen, 2 Hörner, Viola und Bassâ â, ein praktisches, standardmĂ€Ăiges Sinfonieorchester der mittleren 1760er Jahre.[1]
Die Besetzung entspricht dem, was man von Mozarts frĂŒhester sinfonischer Praxis erwartet: BlĂ€ser dienen eher der Brillanz und VerstĂ€rkung als eigenstĂ€ndige koloristische Partner, wĂ€hrend die Streicher den Hauptdiskurs tragen. In modernen Nachschlagewerken wird das Werk typischerweise als fĂŒr zwei Oboen, zwei Hörner (in D) und Streicher gesetzt angegeben.[2]
Die Sinfonie folgt dem verbreiteten frĂŒhklassischen Dreisatzschema â schnell, langsam, schnell â und nicht dem spĂ€teren viersĂ€tzigen Design, das sich durch Haydns reife Sinfonik standardisierte und von Mozart in Salzburg und Wien ĂŒbernommen wurde.[2] Die in der gĂ€ngigen Katalogisierung ĂŒberlieferten Satzbezeichnungen lauten:
- I. Allegro
- II. Andante
- III. Presto[3]
Musikalischer Charakter
K. 19 spricht den Dialekt der sinfonia der mittleren 1760er Jahre: zupackende EcksÀtze mit hellen, bejahenden D-Dur-KlÀngen und ein zentrales Andante, das Kontrast bietet, ohne in jene spÀtere, psychologisch suchendere Welt der langsamen SÀtze von Mozarts Salzburger und Wiener Sinfonien auszuwachsen.
Was diese kleine Sinfonie unverwechselbar macht â und ĂŒber bloĂe Neugier hinaus hörenswert â, ist die Klarheit ihrer orchestralen âBĂŒhnenkunstâ. Bei begrenzten Mitteln muss Mozart sich auf das Wesentliche stĂŒtzen: prĂ€gnante thematische Konturen, schnelle Wechsel zwischen tutti-Akzent und leichteren Texturen sowie den belebenden Auftrieb, den Oboen und Hörner an strukturellen Knotenpunkten geben. Anders gesagt: K. 19 ist eine Lektion darin, wie eine frĂŒhe Sinfonie ĂŒberzeugt â nicht durch monumentale Architektur, sondern durch Schwung, Kadenzbildung und klangliche Interpunktion.
Im Kontext von Mozarts Schaffen erinnert K. 19 auĂerdem daran, dass seine reife Meisterschaft nicht in Wien fertig ausgeprĂ€gt vom Himmel fiel. Die Londoner Sinfonien zeigen einen kindlichen Komponisten, der internationale Modelle aufnimmt und lernt, fĂŒr echte Spieler in realen öffentlichen ZusammenhĂ€ngen zu schreiben. Neben spĂ€teren D-Dur-Sinfonien gehört â besonders der weit ausgreifenden âPragerâ Sinfonie, K. 504 â wird dieses kompakte Werk des NeunjĂ€hrigen mehr als ein LehrstĂŒck: ein Schnappschuss davon, wie Mozart jene sinfonische Stimme erwirbt, die er spĂ€ter in etwas unverkennbar Eigenes verwandeln sollte.
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[1] Mozarteum Köchel-Verzeichnis entry for KV 19 (London 1765; autograph; historical notes; early scoring/heading; links to NMA movement pages).
[2] Wikipedia overview: Symphony No. 4 in D major, K. 19 (London 1765; typical scoring; three-movement fastâslowâfast plan).
[3] IMSLP work page: Symphony No. 4, K. 19 (catalog data; movement list; basic scoring summary; publication info).








