K. 166g

Kyrie in D-Dur (Fragment), K. 166g

av Wolfgang Amadeus Mozart

Miniature portrait of Mozart, 1773
Mozart aged 17, miniature c. 1773 (attr. Knoller)

Mozarts Kyrie in D-Dur (K. 166g) ist eine kurze, unvollendete Vertonung des Ordinariums der Messe, entstanden in Salzburg um 1772–73, als er etwa sechzehn oder siebzehn Jahre alt war. Nur in fragmentarischer Gestalt überliefert, erlaubt es einen kleinen, aber aufschlussreichen Blick auf seinen Salzburger Kirchenstil in den Jahren unmittelbar vor der großen Reihe der missae breves für den Dom.

Was bekannt ist

Von einem Kyrie in D-Dur ist unter der Katalognummer K. 166g nur ein kurzes Fragment erhalten; es war offenbar als Eröffnungssatz einer Messe gedacht, bricht jedoch ab, bevor eine vollständige Anlage ausgeführt werden kann.[1] Das Stück ist in der Neuen Mozart-Ausgabe überliefert und ediert (Messen, Band 6: Einzelsätze und Fragmente), wo es lediglich zwei Seiten umfasst (S. 29–30) – ein deutlicher Hinweis darauf, wie wenig Material überhaupt existiert.[1]

As an Amazon Associate we earn from qualifying purchases.

Die Datierung wird gewöhnlich mit Salzburg, frühe 1770er Jahre angegeben; in Kommentaren im Umfeld der NMA sowie in späteren Diskussionen wird Wolfgang Plaths, auf Handschriftenbefunden beruhende Einschätzung angeführt, die Skizze könne in die erste Hälfte des Jahres 1772 gehören (statt in die Mitte von 1773), auch wenn moderne Werkverzeichnisse sie häufig weiterhin allgemein in 1772–73 einordnen.[2][3] In jedem Fall stammt sie aus jener Zeit, in der Mozart, noch in Salzburg angestellt, neben Symphonien, Serenaden und weiteren Gelegenheitswerken für die erzbischöfliche Stadt auch Kirchenmusik schrieb.[3]

Musikalischer Gehalt

Das Erhaltene deutet auf ein knappes, praxisnahes Salzburger Kyrie hin: eine Chor-Orchester-Konzeption, in der die traditionelle dreiteilige Struktur (KyrieChristeKyrie) zumindest angelegt ist, im Fragment, wie es vorliegt, jedoch nicht vollständig ausgeführt wird.[2] Selbst in diesem gekürzten Zustand weist die Musik auf jene klare, helle, zeremonielle D-Dur-Klangwelt voraus, zu der Mozart in seinen Salzburger Messvertonungen wiederholt zurückkehren sollte – direkte, syllabische Chor-Deklammation, getragen von geradliniger harmonischer Bewegung, auf liturgische Verständlichkeit hin angelegt und nicht auf dramatische Ausweitung.[2] Entwicklungsgeschichtlich steht K. 166g als Werkstattstück aus Mozarts spätem Salzburger Jugendalter: kein „Torso“ im Ausmaß seiner späteren unvollendeten geistlichen Werke, aber eine Erinnerung daran, dass seine reife Selbstverständlichkeit im Umgang mit Kirchenformen auf vielen solchen Versuchen und Entwürfen im kleinen Format beruhte.[1]

[1] Digital Mozart Edition (Mozarteum): NMA I/1/1/6 (Masses, Vol. 6) table of contents listing “Kyrie in D (fragment) K. 166g” with page span (29–30).

[2] Neue Mozart-Ausgabe (NMA) Masses, Volume 6 — English preface/critical introduction PDF mentioning K. 166g and its fragmentary status and dating discussion (Plath).

[3] Wikipedia: List of compositions by Wolfgang Amadeus Mozart entry for “Kyrie in D major, K. 166g/Anh. 19 (fragment)” (broad dating reference).