K. Anh.H 12,11

Fuge für Klavier (Fragment) in g-Moll, K. 154

볼프강 아마데우스 모차르트 작

Mozart from family portrait, c. 1780-81
Mozart from the family portrait, c. 1780–81 (attr. della Croce)

Mozarts Fuge in g-Moll (Fragment), K. 154 (auch katalogisiert als K. 385k), ist der erhaltene Torso einer Fuge für Solotasteninstrument, die gemeinhin auf Wien 1782 datiert wird – in jene Zeit also, als der 26-jährige Komponist sich gerade als freischaffender Musiker etabliert hatte und sich mit besonderem Eifer dem „gelehrten“ Kontrapunkt widmete.[1]

Was bekannt ist

Unter K. 154 ist nur eine einzige, unvollständige Fuge für Solotasteninstrument überliefert: ein Satz/ein Abschnitt, der in der modernen Katalogisierung ausdrücklich als Fragment bezeichnet wird.[1] Das Autograph ist erhalten (d. h. die Musik liegt in Mozarts eigener Handschrift vor), und die moderne editorische Kommentierung stellt es in eine Reihe mit anderen Fugenstudien aus den frühen 1780er-Jahren und verortet es in derselben Wiener Periode wie mehrere verwandte Fragmente.[2] Allerdings wurde das Stück später von Simon Sechter für eine Veröffentlichung im 19. Jahrhundert „vervollständigt“; aktuelle wissenschaftliche Ausgaben präsentieren Mozarts Text in der Regel so, wie er überliefert ist, ohne zu versuchen, das von ihm Unvollendete zu Ende zu führen.[2]

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Musikalischer Inhalt

Das Erhaltene reicht aus, um zu zeigen, dass Mozart hier eher wie ein Kontrapunktiker denkt als wie ein Salonvirtuose. Das Fugenthema ist auffallend unregelmäßig – ein „asymmetrisches Konstrukt“, dessen Anfangs- und Schlussgestalten einander spiegeln – und scheint zu Verfahren wie dem Stretto (überlappende Einsätze) oder anderen eng gefügten Kunstgriffen einzuladen.[2] Doch in dem überlieferten Abschnitt treibt Mozart diese Möglichkeiten nicht sehr weit; das Fragment bricht ab, bevor sich ein größerer Plan bestätigen lässt, und hinterlässt den Eindruck einer scharf konturierten Idee, die auf dem Papier erprobt und dann fallengelassen wird. In dieser Hinsicht fügt sich K. 154 überzeugend in Mozarts Wiener Erkundungen von Fuge und strengem Stil um 1782 ein – ein Jahr, in dem er den Kontrapunkt auch in größere, vollendete Werke integrierte (nicht zuletzt in die Streichquartette, die er in jenem Sommer zu schreiben begann).

[1] IMSLP work page: Fugue in G minor, K.154/385k (general info; fragment status; instrumentation; dating as 1782).

[2] Bärenreiter preface PDF (Neue Mozart-Ausgabe-related editorial notes): discusses the G minor fugue fragment’s autograph survival, character of the subject, and Sechter’s 19th-century completion; notes modern presentation of Mozart’s incomplete text.