Violinsonate Nr. 10 in B-Dur, K. 15
ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト作

Mozarts Violinsonate Nr. 10 in B-Dur, K. 15 entstand 1764 in London, als er acht Jahre alt war, als Abschluss eines Zyklus von sechs „begleiteten“ Tasten-Sonaten (K. 10–15). Heute als kompakte, anmutige Sonate in zwei Sätzen gehört, lohnt sie die Aufmerksamkeit durch das, was sie über Mozarts frühen Londoner Stil verrät: elegante Melodien, ein sicheres Gespür für Kadenz und Proportion sowie ein praktisches Verständnis des häuslichen Musizierens am Cembalo.
Mozarts Leben zu dieser Zeit
1764 befand sich die Familie Mozart in London als Teil ihrer langen Europatournee: Man konzertierte, knüpfte Kontakte und suchte nach Möglichkeiten, die Werke des jungen Komponisten zu veröffentlichen. Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) war acht Jahre alt – bereits erfahren als reisender Virtuose, und doch schrieb er Musik, die auf unmittelbare, ganz reale Umstände reagierte: auf Gönner, Verleger und auf jene Art von Stücken, die sich in Salons und Privathäusern spielen ließ.
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K. 15 gehört zu einer Londoner Gruppe von sechs Sonaten, K. 10–15, konzipiert für Tasteninstrument mit begleitendem Melodieinstrument (Violine oder – in bestimmten Zusammenhängen – Flöte); eine Cellostimme wurde mitunter ad libitum (optional) hinzugefügt [2]. Diese Werke waren eng mit dem musikalischen Markt der Stadt verbunden: 1765 erschienen sie als Mozarts Opus 3, mit einer Widmung an Königin Charlotte [2].
Entstehung und Manuskriptlage
Das Köchel-Verzeichnis (Mozarteum) führt K. 15 als Londoner Werk von 1764 in B-Dur, überschrieben mit der Tempobezeichnung Allegro grazioso [1]. Ein Autograph zum Zyklus K. 10–15 ist nicht erhalten; stattdessen stützt sich der Notentext auf einen frühen Druck von 1765, der als im Wesentlichen authentisch gilt [3]. Dieser frühe Druck mit seiner flexiblen Besetzung (Violine oder Flöte, mit optionalem Cello) erklärt, warum die Stücke in späteren Katalogisierungen und Ausgaben bisweilen an der Grenze zwischen „Violinsonate“ und frühen Traditionen des „Klaviertrios“ stehen [3].
Für heutige Interpretinnen, Interpreten und Hörende lohnt es sich, die ursprüngliche Prämisse im Blick zu behalten: Der Tastenpart ist der Hauptträger, während die Violine nur stellenweise als obligater Partner hervortritt – eine Ästhetik, die sich deutlich von Mozarts reifen Wiener Violinsonaten der späten 1770er- und 1780er-Jahre unterscheidet.
Musikalischer Charakter
K. 15 ist knapp, durchsichtig gesetzt und darauf angelegt zu bezaubern, nicht zu verblüffen. Dem Modell der „begleiteten Sonate“ entsprechend führt meist das Tasteninstrument die thematische Hauptargumentation, während die Violine diese stützt, spiegelt oder leicht verziert.
Sätze (wie für K. 15 gemeinhin überliefert):
- I. Allegro grazioso (B-Dur) [1]
- II. Menuetto (mit kontrastierendem Abschnitt/Trio in einigen Ausgaben und Aufführungen) [4]
Was die Sonate innerhalb von Mozarts Jugendwerken auszeichnet, ist weniger harmonische Kühnheit als die Gelassenheit ihrer musikalischen Rhetorik – Phrasen, die natürlich „atmen“, Kadenzen, die mit gut getimter Sicherheit eintreffen, und ein Melodieton, der bereits dem galanten Ideal zugewandt scheint: sanglich, symmetrisch und gesellschaftlich gewandt. Besonders aufschlussreich ist der grazioso-Charakter des ersten Satzes: Schon als Achtjähriger schreibt Mozart mit einem Instinkt für Eleganz als Ausdrucksziel – nicht bloß als Abwesenheit von Komplexität.
K. 15 verdient außerdem Beachtung als Dokument der Gattungsgeschichte. Die Diskussion der Neuen Mozart-Ausgabe zu K. 10–15 hebt hervor, dass diese Londoner Sonaten an einem Übergangspunkt stehen: Sie können als Tasten-Sonaten mit optionaler Begleitung funktionieren, zugleich aber greifen sie dem späteren klassischen Klaviertrio vor, indem sie (in manchen Quellen) eine Cellolinie nahelegen, die mehr tut, als lediglich den Bass zu verdoppeln [3]. Mit anderen Worten: K. 15 ist klein im Umfang, steht jedoch an einer wichtigen stilistischen Wegkreuzung – zwischen der cembalozentrierten häuslichen Sonate und den entstehenden, dialogischen kammermusikalischen Texturen, die Mozart später meisterhaft ausformen sollte.
Ungefähres ursprüngliches Besetzungskonzept (für den Op.-3-Zyklus):
- Tasteninstrument: Cembalo (oder nach späterer Praxis frühes Fortepiano)
- Melodieinstrument: Violine (oder Flöte)
- Optionaler Bass: Violoncello ad libitum [2]
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[1] Mozarteum (Köchel-Verzeichnis) work entry for KV 15 (Sonate in B♭), including key and tempo heading.
[2] King’s College London, Mozart & Material Culture: overview of the accompanied sonatas K. 10–15 (London 1764; publication and dedication details).
[3] Digital Mozart Edition (Mozarteum): New Mozart Edition VIII/22/2 (Piano Trios) foreword discussing KV 10–15 (authentic 1765 print, classification, and genre transition).
[4] Wikipedia overview of the London sonatas K. 10–15, including commonly given movement listing for K. 15.







