Sinfonie Nr. 19 in Es-Dur (K. 132)
沃尔夫冈·阿马德乌斯·莫扎特

Mozarts Sinfonie Nr. 19 in Es-Dur (K. 132) entstand im Juli 1772 in Salzburg, als er gerade einmal 16 Jahre alt war. Das Werk ist knapp, hell strahlend und ungewöhnlich hornreich; es zeigt den jungen Komponisten dabei, den repräsentativen Es-Dur-Sinfonikklang zu erproben, der später in Werken wie der „Pariser“ und der „Jupiter“-Sinfonie seine Krönung finden sollte.
Hintergrund und Kontext
1772 lebte Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) in Salzburg und stand—je nach genauer Hoforganisation direkt oder indirekt—im Dienst der erzbischöflichen Institutionen, die ein eigenes Orchester unterhielten und fortlaufend neue Musik für Kirche, Theater und höfische Repräsentation erwarteten. Zugleich lag dieses Jahr zwischen zwei kreativen Polen in Mozarts Leben: den weiten Horizonten seiner Italienreisen (1770–1773) und der praktischen Routine, für Salzburgs Musiker und Publikum zu komponieren.
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Sinfonie Nr. 19 in Es-Dur, K. 132 gehört zu einer konzentrierten Reihe Salzburger Sinfonien aus dem Jahr 1772—Werke, die neben der späten Wiener Trilogie bescheiden wirken können, sich aber oft wie Versuchslabore anfühlen. Mozarts frühe Sinfonien werden häufig als „Gelegenheitsmusik“ bezeichnet; doch K. 132 lohnt das genauere Hinhören, weil die Orchesterfarbe entschiedener ist, als man es von einem Hoforchester mit begrenzten Mitteln erwarten würde, und weil der viersätzige Plan (einschließlich eines Menuetts) auf ein „erwachseneres“ sinfonisches Profil zielt als das dreisätzige italienisierende Modell. [1]
Entstehung und Uraufführung
Mozart komponierte K. 132 im Juli 1772 in Salzburg. [1] Wie bei vielen Salzburger Sinfonien dieser Zeit ist eine konkrete Erstaufführung in modernen Nachschlagewerken nicht eindeutig dokumentiert; am wahrscheinlichsten ist ein Zusammenhang mit dem Musikleben am erzbischöflichen Hof, wo Sinfonien als Konzerteröffnungen, Entr’actes oder als festliche Einzelstücke dienen konnten.
Ein Grund, warum K. 132 trotz seiner seltenen Präsenz im Standardrepertoire vergleichsweise „gut belegt“ ist, liegt in der soliden editorischen und quellenkundlichen Überlieferung der Salzburger Sinfonien innerhalb der Neuen Mozart-Ausgabe (NMA). Die kritischen Materialien der NMA behandeln K. 132 als Teil des gesichert überlieferten Korpus und erörtern die Besetzung innerhalb der Gruppe der frühen Sinfonien. [2]
Instrumentation
K. 132 ist für ein klassisches Salzburger Orchester besetzt—mit einer verblüffenden Besonderheit: Mozart verlangt vier Hörner, nicht nur das übliche Paar.
- Holzbläser: 2 Oboen
- Blechbläser: 4 Hörner (zwei hohe und zwei tiefe in Es)
- Streicher: Violinen I & II, Viola, Violoncello, Kontrabass
Das ist nicht bloß nach dem Motto „lauter ist besser“ gedacht. In Es-Dur können Hörner sowohl Harmonik als auch Rhetorik verstärken: Sie verdichten Kadenzen, lassen Tuttis aufleuchten und—weil Naturhörner in verschiedenen Lagen unterschiedlich färben—verleihen Passagen, die auf dem Papier sonst an konventionelles jugendliches Sinfonieschreiben erinnern könnten, eine Art klangliche Choreografie. Die ungewöhnliche Hornbesetzung wird in modernen Werkbeschreibungen ausdrücklich hervorgehoben. [1]
Form und musikalischer Charakter
Mozart entwirft eine viersätzige Sinfonie und weist damit in Richtung der reifen klassischen Norm.
- I. Allegro (Es-Dur)
- II. Andante (B-Dur)
- III. Menuetto und Trio (Es-Dur)
- IV. Presto (Es-Dur)
(Diese Satzbezeichnungen und der grundlegende Tonartenplan sind in modernen Referenzdarstellungen durchgängig überliefert.) [1]
I. Allegro (Es-Dur)
Das eröffnende Allegro ist darauf angelegt, sofort öffentlich zu wirken: ein selbstbewusstes Es-Dur-Profil, klare Phrasenbildung und ein lebhaftes Wechselspiel zwischen Streichern und Bläsern. Auch wenn das thematische Material knapp bleibt, verleiht Mozarts Umgang mit orchestraler Zeichensetzung—vor allem in der Hornführung—einen zeremoniellen Glanz, der betont „sinfonisch“ wirkt und nicht bloß funktional.
II. Andante (B-Dur)
Der langsame Satz wechselt in die Dominante B-Dur, eine klassische Standardstrategie, die die tonale Helligkeit entspannt, ohne die Wärme zu verlieren. Das Interesse liegt hier weniger in dramatischem Kontrast als in Haltung und Balance: Mozart schreibt ein sangliches orchestrales Andante, das ahnen lässt, wie sich sein gleichzeitiges Wachstum im vokalen Melos (Oper und Kirchenmusik) in instrumentale Begriffe übersetzt.
III. Menuetto und Trio (Es-Dur)
Schon die Aufnahme eines Menuetts ist eine Aussage. Das Menuetto verankert die Sinfonie in der sozialen Welt des Tanzes—höfisch, ausgewogen, nach außen gerichtet—während das Trio typischerweise mit leichterer Besetzung und intimerer Farbe aufwartet. In K. 132 wirkt das Menuett als Scharnier: Es erfrischt das Ohr vor dem Finale und untermauert den Anspruch des Werks, eine vollgültige viersätzige Sinfonie zu sein, statt eine rasche dreisätzige Ouvertüre im sinfonischen Gewand.
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IV. Presto (Es-Dur)
Das finale Presto bringt Tempo und Prägnanz, mit jener energischen Schlussrhetorik, die Salzburger Hörer sofort wiedererkannt hätten. Mozarts jugendliche Finalsätze leben oft von Momentum und klarer kadenzierender Wegmarkierung; in K. 132 helfen die zusätzlichen Hörner dabei, aus diesen Wegmarken etwas zu machen, das eher an tragende architektonische Pfeiler erinnert.
Rezeption und Nachwirkung
K. 132 gehört nicht zu jenen Mozart-Sinfonien, die regelmäßig in modernen Konzertspielplänen auftauchen—zum einen, weil spätere Meisterwerke das Feld dominieren, zum anderen, weil frühe Salzburger Sinfonien bisweilen (zu Unrecht) als Lehrlingsstücke abgetan werden. Dennoch verdient das Werk aus zwei miteinander verknüpften Gründen Aufmerksamkeit.
Erstens zeigt es Mozarts sich entwickelnde Orchesterfantasie in einem Alter, in dem viele Komponisten noch damit beschäftigt waren, überhaupt idiomatisch für Streicher zu schreiben. Die Entscheidung, in einer Es-Dur-Sinfonie vier Hörner einzusetzen, ist ein frühes Beispiel dafür, wie Mozart Instrumentation als kompositorisches Argument nutzt—Farbe als Struktur, nicht bloße Zierde. [1]
Zweitens macht K. 132 Mozarts Weg zur „öffentlichen“ sinfonischen Stimme deutlich. Das Stück steht zwischen dem kosmopolitischen Reisegeist seiner Teenagerjahre und dem stärker persönlich geprägten sinfonischen Denken der späteren Wiener Zeit. Hört man es nach seinen eigenen Maßstäben—kompakt, festlich, scharf konturiert—kann Sinfonie Nr. 19 weniger wie eine Fußnote wirken als wie eine selbstbewusste Salzburger Visitenkarte: ein 16-jähriger Komponist, der nicht nur einen Hof bedient, sondern auch ankündigt, was sein Orchester werden könnte.
[1] Wikipedia: overview, composition date (July 1772), Salzburg context, movement list, and instrumentation including four horns.
[2] Digital Mozart Edition (Mozarteum): New Mozart Edition critical report (English PDF) discussing early symphonies and instrumentation context (includes remarks relevant to KV 132).








