Divertimento Nr. 2 in D-Dur, K. 131 (1772)
ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト作

Mozarts Divertimento (häufig als Salzburger Serenade/Cassation katalogisiert) in D-Dur, K. 131 entstand in Salzburg im Mai–Juni 1772, als der Komponist 16 Jahre alt war.[1] Besetzt für ein helles, auf Freiluftwirkung angelegtes Ensemble – Flöte, Oboe, Fagott, vier Hörner und Streicher – ist es eine kompakte Visitenkarte des jugendlichen Mozart: mit feinem Gespür für Klangfarben, Instinkt für repräsentative Öffentlichkeit und einem rasant wachsenden Können in der Anlage mehrsätziger Formen.[1]
Hintergrund und Kontext
In Salzburg verweisen die Begriffe Cassation, Serenade und Divertimento oft weniger auf streng abgegrenzte Gattungen als auf ihre Funktion: festliche, häufig im Freien aufgeführte Musik, geschrieben für gesellschaftliche oder bürgerliche Anlässe (einschließlich Universitätsveranstaltungen) und meist in mehrere kontrastierende Sätze gegliedert.[1] Mozart wuchs in dieser Tradition auf; schon in der Mitte seiner Teenagerjahre konnte er solche „Gelegenheitsmusik“ mit einer Sicherheit schreiben, die das Gattungsetikett beinahe zu bescheiden erscheinen lässt.
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K. 131 gehört zu einer Gruppe Salzburger Orchester-Unterhaltungswerke aus dem Jahr 1772 – einem Jahr, in dem Mozart neben Symphonien, Kirchenmusik und Bühnenwerken zugleich sein praktisches Handwerk als Hofmusiker festigte.[1] Was dieses Divertimento besonders aufmerksamkeitswert macht, ist die Art, wie es reine Hintergrund-Prachtentfaltung zu etwas psychologisch Vielfältigerem aufwertet: nicht bloß eine Abfolge gefälliger Nummern, sondern ein kleines Drama der Instrumentalfarbe – vor allem durch den Einsatz von vier Hörnern, eine für ein Salzburger Freiluftstück ungewöhnlich luxuriöse Ausstattung.
Komposition und Uraufführung
Die Internationale Stiftung Mozarteum (Köchelverzeichnis) datiert K. 131 auf Salzburg, Mai–Juni 1772, und vermerkt, dass das Werk vollständig überliefert und zweifelsfrei authentisch ist.[1] Die im Katalog übermittelten Autographenangaben zum Titel unterstreichen die Salzburger Herkunft und die Datierung auf 1772.[1]
Anders als bei Mozarts späteren Wiener Konzerten und Opern ist eine konkrete Uraufführung von K. 131 in allgemein zugänglichen Nachschlagewerken nicht verlässlich dokumentiert. Diese Leerstelle ist historisch selbst aufschlussreich: Ein großer Teil des Serenaden-/Divertimento-Repertoires entstand für bestimmte Abende und wurde anschließend je nach Bedarf wiederverwendet, in Auszügen gespielt oder umfunktioniert.[1] Die sechssätzige Anlage – zwei gewichtige schnelle Ecksätze, dazwischen langsame Musik und mehrere Menuette – entspricht exakt dem Salzburger Muster, wie es in der Gattungsübersicht des Köchelverzeichnisses beschrieben wird.[1]
Instrumentation
K. 131 ist für Orchester mit Holzbläsern und Hörnern so gesetzt, dass der Anspruch auf Freiluft-Glanz unüberhörbar ist.
- Holzbläser: Flöte, Oboe, Fagott[1]
- Blechbläser: 4 Hörner (in D)[1]
- Streicher: Violinen I & II; zwei Bratschenstimmen; Violoncello & Kontrabass (Basslinie)[1]
Schon auf dem Papier ist diese Klangwelt charakteristisch. Vier Hörner erlauben Mozart, zwischen feierlichen „Chören“ der Hörner und einer eher dialogischen Schreibweise zu wechseln, in der die Holzbläser das Streichergewebe kolorieren. Der Effekt ist zugleich festlich und architektonisch: Das harmonische Fundament kann ungewöhnlich resonant (und ungewöhnlich öffentlich) wirken, wenn die Hörner gemeinsam eingesetzt werden.
Form und musikalischer Charakter
Die in gängigen Katalog-/Notenreferenzen überlieferte Satzfolge zeigt einen klassischen Salzburger Divertimento-Plan, erweitert um ein besonders gewichtiges Finale.[2]
- I. [Allegro] (D-Dur)[2]
- II. Adagio (A-Dur)[2]
- III. Menuetto – Trio I (D-Dur), Trio II (G-Dur), Trio III (d-Moll) – Coda (D-Dur)[2]
- IV. Allegretto (G-Dur)[2]
- V. Menuetto (D-Dur) – Trio I (G-Dur), Trio II (A-Dur) – Coda (D-Dur)[2]
- VI. Adagio – Allegro molto – Allegro assai (D-Dur)[2]
Ein „öffentlicher“ Auftakt und eine überraschend geformte Mitte
Der erste Satz erfüllt die traditionelle Aufgabe in Salzburger Serenaden: ein energisches, beinahe symphonisches Profil zu etablieren – Musik, die selbst im gesellschaftlichen Rahmen Aufmerksamkeit bindet.[1] Doch was folgt, ist weniger vorhersehbar. Das Adagio in A-Dur (der Dominante) öffnet einen lyrischen Innenraum – genau jene Art von „langsamem Satz in einer anderen Tonart“, die die Salzburger Tradition als Kontrast zur zeremoniellen Helligkeit des Beginns pflegte.[1]
Auch die Folge der Tanzsätze ist mehr als bloße Füllung. Satz III bietet nicht nur ein Trio, sondern gleich drei – und verschiebt dabei nicht nur die Tonart, sondern auch den Affekt; mit einem Ausflug nach d-Moll verdunkelt er das sonnige D-Dur-Umfeld des Divertimentos für einen Moment.[2] Diese rasche emotionale Wendung – zumal innerhalb einer „leichten“ Gattung – ist eine Mozart-Handschrift, die schon mit 16 deutlich erkennbar ist.
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Das Finale als Miniatur-Scena
Die dreiteilige Tempodramaturgie des Finales (Adagio – Allegro molto – Allegro assai) verleiht K. 131 einen Schlussgestus, der ambitionierter wirkt als die unbeschwerten Enden vieler zeitgenössischer Divertimenti.[2] Ein einleitender langsamer Abschnitt funktioniert beinahe wie ein opernhafter Vorhangheber: ein Moment von Spannung und Weite, nach dem die schnelle Musik umso jubelnder erscheinen kann.
Hier sind die vier Hörner mehr als nur schmückender Zusatz. In Freiluftgattungen rufen Hörner von Natur aus Jagdsignale und weiträumige Resonanz wach; Mozart nutzt diese Assoziation und bindet die Hörner zugleich in die strukturelle Rhetorik ein – indem sie Übergänge akzentuieren, Kadenzen verstärken und den harmonischen „Rahmen“ des Satzes weiten, sodass die letzten Seiten wirklich abschließend wirken und nicht bloß flott.
Rezeption und Nachwirkung
K. 131 ist kein allgegenwärtiger „Greatest-Hits“-Titel wie Eine kleine Nachtmusik (K. 525), doch es ist in wissenschaftlicher Katalogisierung und in Aufführungsmaterialien gut verankert und vollständig erhalten.[1] Sein bleibender Wert liegt darin, was es über Mozarts Salzburger Technik verrät: die Fähigkeit, eine funktionale Aufgabe (mehrsätzige Freiluft-Unterhaltungsmusik) zu erfüllen und dabei still den Ausdruckshorizont zu erweitern.
Für heutige Hörerinnen und Hörer bietet das Divertimento eine andere Art von Mozart-Vergnügen als die späten Opern oder Klavierkonzerte. Es ist Musik, die in Farbe denkt – Holzbläserklang gegen Streicher, Hornchor-Sonorität gegen leichtere Texturen – und in Kontrast: strahlend-repräsentatives D-Dur wird immer wieder von lyrischen, ja kurzzeitig verschatteten Episoden unterbrochen.[2] Wer K. 131 zu seinen eigenen Bedingungen hört, sollte es nicht als „frühen Mozart, also geringfügig“ abtun, sondern als selbstbewusstes Jugendwerk, das eine vermeintliche Gelegenheitsgattung bereits als Chance für Form, Charakter und instrumentale Imagination begreift.
[1] Internationale Stiftung Mozarteum, Köchel Verzeichnis entry for KV 131 (dating, Salzburg context, instrumentation, genre overview).
[2] IMSLP work page for Divertimento in D major, K. 131 (movement list, key areas, composition month/year, instrumentation summary).







