Arie für Sopran „Der Liebe himmlisches Gefühl“ (zweifelhaft), K. 119
av Wolfgang Amadeus Mozart

Die Sopranarie Der Liebe himmlisches Gefühl (K. 119) ist ein seltenes und nur zweifelhaft zugeschriebenes Werk, das mit Wien im Jahr 1782 in Verbindung gebracht wird – jenem Jahr, in dem Mozart nach Die Entführung aus dem Serail dort sein unabhängiges Leben begann. In der Praxis ist das Stück vor allem durch spätere Überlieferung bekannt, und seine Urheberschaft bleibt unsicher.
Hintergrund und Kontext
Der Liebe himmlisches Gefühl (K. 119; auch überliefert als K. 382h) ist als Arie für Sopran mit Orchester katalogisiert, doch die Zuschreibung an Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) wird häufig als zweifelhaft betrachtet [1]. Gesicherter als jede Entstehungsgeschichte ist der Befund der Quellenlage: Die Arie ist in einem Klavierauszug (Singstimme und Klavier) erhalten und soll 1814 in Leipzig erstmals bei Breitkopf & Härtel erschienen sein – Jahrzehnte nach Mozarts Tod [2].
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Dennoch verortet die traditionelle Datierung nach Wien (1782) das Stück in einer Phase, in der der 26-jährige Mozart intensiv für die Bühne und für virtuose Sängerinnen und Sänger schrieb; eine authentische Konzertarie aus dieser Zeit würde sich in vokaler Ambition und theatralischer Ansprache selbstverständlich neben seine anderen Sopran-Glanzstücke stellen – auch wenn sie von einer konkreten Oper oder einem dokumentierten Anlass gelöst wäre.
Musikalischer Charakter
Auf dem Papier präsentiert sich die Arie als ein einziger Satz mit der Bezeichnung Allegro, notiert im Viervierteltakt und üblicherweise in A-Dur [3]. Die erhaltene Fassung ist faktisch Sopran mit Tasteninstrument, wobei der Orchesteranteil eher angedeutet als in einer vollständigen Partitur zuverlässig überliefert ist [2]. Der deutsche Text (Beginn: „Der Liebe himmlisches Gefühl…“) ist in klaren, ausgewogenen Phrasen gestaltet, die sich für die klassisch geprägte Vokaldeklamation eignen; die Gesangslinie bewegt sich mit dem hellen, nach vorn drängenden Schwung, den man von einer Allegro-Arie erwartet – weniger auf ausgedehntes recitativo-Drama als auf flüssige Projektion und lyrische Haltung zielend.
Zusammengefasst bleibt Der Liebe himmlisches Gefühl ein faszinierendes Randstück: musikalisch als kurze Sopran-Konzertarie durchaus tragfähig, jedoch so dokumentiert, dass sein Platz in Mozarts Œuvre eher vorläufig als gesichert wirkt.
[1] Wikipedia: Köchel catalogue entry listing K. 119 (“Der Liebe himmlisches Gefühl”) as doubtful.
[2] IMSLP work page: source situation, publication information, and note that the work survives in a piano reduction.
[3] IMSLP general information block for K. 119/382h (key A major, single aria movement, basic metadata).




