4 Kanons „Puzzle“, K. 089a/II (K. 73r)
ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト作

Mozarts 4 Kanons „Puzzle“ (K. 089a/II; auch überliefert als K. 73r) sind eine Reihe kompakter lateinischer Rätselkanons, die er 1772 in Salzburg im Alter von 16 Jahren komponierte. Sie machen aus Kontrapunkt ein gesellschaftliches Spiel: Der Sänger erhält nur eine einzige notierte Stimme und muss „lösen“, wie die übrigen Stimmen dazutreten.
Hintergrund und Kontext
1772 war der 16-jährige Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) nach dem Prestige und dem Druck seiner Italienreisen wieder in Salzburg. Neben kirchlichen Verpflichtungen und gelegentlichen Serenaden betrieb er weiterhin jene disziplinierten Handwerksstudien, die italienische Kenner beeindruckt hatten – einschließlich der gelehrten, rätselverliebten Welt des strengen Kontrapunkts.
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Die vier „Puzzle“-Kanons (eine gängige englische Wiedergabe des deutschen Rätselkanons) gehören in dieses Milieu: Musik, die weniger für das öffentliche Konzertleben gedacht war als für kultivierte Kreise, in denen sich Komposition und Witz überschnitten. Die Grundidee ist spielerisch – jeder Kanon ist ein notiertes Rätsel –, doch die Technik ist ernst und in einer langen Tradition kanonischer „Enigmen“ verwurzelt, mit denen kontrapunktische Meisterschaft demonstriert wurde.[1]
Diese Miniaturen zeigen auch eine Seite Mozarts, die von Opern und Symphonien leicht überstrahlt wird: den jugendlichen Handwerker, der gelehrten Kontrapunkt nicht als akademische Schinderei, sondern als schnelle, elegante Erfindung behandeln konnte. Dass sie heute vergleichsweise selten zu hören sind, hat vor allem praktische Gründe – Rätselkanons brauchen Erklärung (und Probenzeit), bevor man sie aufführen kann – und liegt nicht an mangelnder musikalischer Qualität.
Text und Entstehung
Der Zyklus ist in der neunten Auflage des Köchel-Verzeichnisses als K. 089a/II erfasst und eng mit der Quellenbezeichnung K. 73r verbunden.[1] In der Regel werden sie auf 1772 datiert und in der späteren Köchel-Tradition mit Salzburg in Verbindung gebracht, auch wenn Nachschlagewerke mitunter ältere Unsicherheiten widerspiegeln, ob die Konzeption nicht eher in Mozarts italienische Zeit gehört.[1][2]
Alle vier Kanons verwenden lateinische Texte (und bezeichnenderweise gelehrt wirkende Sentenzen), die zum halbgelehrten Ton dieser Gattung passen. Die in gängigen Referenzformen überlieferten Anfänge lauten:[1]
- Incipe menalios mecum
- Cantate Domino omnis
- Confitebor tibi Domine
- Thebana bella cantus
Die Forschung hat außerdem stilistische Verbindungen zwischen Mozarts Rätselkanons und kanonischen Vorbildern im Umfeld von Padre Giovanni Battista Martini festgestellt – einem der einflussreichsten Kontrapunktlehrer des Jahrhunderts, den Mozart auf seinen Italienreisen in Bologna kennenlernte.[3]
Musikalischer Charakter
Ein „Puzzle“- oder Rätselkanon notiert nur die führende Stimme; die übrigen Stimmen müssen aus Hinweisen abgeleitet werden (teils verbal, teils notational), die festlegen, wo die folgenden Stimmen einsetzen und in welchem Intervall. In der Aufführung kann das, was wie ein einzelner Melodiefaden aussieht, zu einem eng verzahnten polyphonen Gewebe aufblühen – ein Grund, warum diese Stücke Hörer belohnen, die gerne Linien statt Akkorde verfolgen.
Musikalisch sind Mozarts vier Kanons knapp, klar und bemerkenswert souverän: Sie zielen eher auf zwingende Folgerichtigkeit als auf Effekt, sodass man hören kann, wie aus einer einzigen Idee eine vollständige Textur entsteht. Ihr Reiz liegt im Gleichgewicht von Zwang und Fluss – in Mozarts Fähigkeit, strenge Verfahren wie ein Gespräch klingen zu lassen.
Im größeren Zusammenhang von Mozarts Œuvre weist K. 089a/II voraus auf die lebenslange Vertrautheit des reifen Komponisten mit Kontrapunkt – von den fugierten Finalsätzen der 1780er Jahre bis zu den späten geistlichen Werken. Zugleich erklärt es, warum seine Kanons – ob ernst, pädagogisch oder humorvoll – so oft wie Musik fürs Miteinander wirken: Es sind Rätsel, die man gemeinsam teilt, löst und (einmal gelöst) um der reinen Freude an musikalischer Ingeniosität willen singt.[1]
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1 IMSLP-Werkseite zum Zyklus (Katalogisierung als K.73r / K² 89a; Titel/Anfänge und allgemeine Informationen). https://imslp.org/wiki/4_Puzzle_Canons%2C_K.73r_%28Mozart%2C_Wolfgang_Amadeus%29 2 Eintrag im Klassika-Werkverzeichnis Mozart (führt KV 89a,II als Rätselkanons und ordnet ihn im Katalogzusammenhang ein). https://www.klassika.info/Komponisten/Mozart/wv_wvz2.html 3 Christer Malmbergs Zusammenstellung von Neal Zaslaw (Hg.), The Compleat Mozart – Anmerkungen zu Kanons (erwähnt die Rätsel-/Puzzle-Kanons und stilistische Modellbildung nach Padre G. B. Martini). https://christermalmberg.se/documents/musik/klassiskt/mozart/the_compleat_mozart/mozart_verk_the_compleat_mozart_%28zaslaw%29_canons.php








