Klaviersonate in F-Dur (Fragment/Kompilation), K. 547a
von Wolfgang Amadeus Mozart

Die sogenannte Klaviersonate in F-Dur (K. 547a) ist ein problematisches Spätwerk aus Mozarts Klavierumfeld, das mit Wien im Jahr 1788 in Verbindung gebracht wird, jedoch in einer Gestalt überliefert ist, die Mozart selbst höchstwahrscheinlich nicht zusammengestellt hat. Was heute erhalten ist und zirkuliert, ist ein zweisätziger Klaviertext, der aus anderem Mozart-Material gezogen wurde – wodurch sowohl der Status als „Sonate“ als auch eine ursprüngliche Vollständigkeit ungewiss bleiben.
Was bekannt ist
K. 547a ist als zweisätziges Werk für Soloklavier in F-Dur überliefert; moderne Nachschlagewerke betonen jedoch, die Sonate sei „in ihrer Gesamtheit nicht in dieser Form von Mozart eingerichtet“ worden, auch wenn das musikalische Material weitgehend von ihm stammt.[1] Postum wurde sie (1799) als „originale“ Sonate herausgegeben und später als Zusammenstellung aus bereits vorhandenen Sätzen erkannt.[2] Im Köchel Online wird sie ausdrücklich als eng mit der Violinsonate in F-Dur, K. 547 verwandt beschrieben und als lediglich aus zwei Sätzen bestehend.[3]
Musikalischer Inhalt
Die verbreitete zweisätzige Anlage wird typischerweise wie folgt angegeben:
- I. Allegro — eine Bearbeitung für Soloklavier des zweiten Satzes von Mozarts Violinsonate in F-Dur, K. 547.[2]
- II. Allegretto — im Wesentlichen das Finale der Klaviersonate in C-Dur, K. 545, nach F-Dur transponiert.[1]
So gehört, bietet K. 547a eine ansprechende „spätklassische“ Sonatenoberfläche in F-Dur, doch ihr stilistisches Profil bleibt gespalten: Der Beginn übernimmt die intime, kammermusikalisch geprägte Lyrik von K. 547, während der rondoartige Schluss die vertraute, ausgewogene Klavierrhetorik von K. 545 ist – in eine wärmere Tonart versetzt. In Wien war Mozart mit 32 Jahren zu weit größerer pianistischer Dichte fähig; K. 547a wirkt daher weniger wie ein bewusstes Klavierstatement von 1788 als vielmehr wie ein praktisches posthumes Klavierpaket, das aus authentischem Mozart-Material zusammengestellt wurde.[1]
[1] IMSLP work page: K.Anh.135/547a — movements, editorial note that Mozart did not arrange the sonata in this form
[2] Wikipedia overview: publication history (1799) and identification as an amalgam; movement origins summarized
[3] Köchel Online (Mozarteum): note linking K. 547a to Violin Sonata K. 547 and stating it consists of only 2 movements